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Auf dieser Seite finden Sie Kurzrezensionen zu Büchern oder Aufsätzen über die Frühe Neuzeit, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Bea Lundt:  Europas Aufbruch in die Neuzeit 1500-1800. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Darmstadt 2009.

Buchcover des WBG-AusgabeBea Lundt, Professorin für Geschichte des Mittelalters und für Didaktik der Geschichte an der Universität Flensburg, bietet in ihrem Werk auf 160 Seiten eine sehr gut lesbare Einführung in das Alltagsleben und die Mentalität der Menschen in der Frühen Neuzeit.

Nach der Einleitung, die sich u.a. mit der leidigen Frage nach Beginn und Ende der Frühen Neuzeit befasst, informiert Lundt zunächst über die Gesellschaft und die Herrschaft in dieser Zeit, von 1500 bis 1800. Anschließend thematisiert sie das Alltagsleben des Einzelnen (Körper, Gefühle,Gesundheit und Krankheit, Sterben und Tod) und des Einzelnen in der Gesellschaft (Familie, Beruf, Feste, öffentliche Ordnung) sowie verschiedene Einflüsse, die sie betreffen: Umwelt, Klima u. a.

Über diese Themen erfährt der Leser und die Leserin fast schon nebenbei - und das ist durchaus positiv gemeint - Grundlegendes der politischen und wirtschaflichen Geschichte in den drei Jahrhunderten.

Die einzelnen Themen sind mit reichlich Bildmaterial bestückt - und diese Bilder werden auch ausführlich in Extratexten erklärt. Bei manchen Abbildungen mag man zunächst denken, dass eine zusätzliche Einbettung in den Haupttext ratsam gewesen wäre, doch scheint das Konzept des Buches zu sein, mit den Bildern und ihren Texten zusätzliche, manchmal auch etwas abseitige Themen zu beleuchten. Und das ist gut gelungen. Hat man sich einmal daran gewöhnt, findet man zunehmend Freude daran, sich näher auf dieses vermeintliche Begleitmaterial einzulassen.

Kurz und gut: Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich für die Frühe Neuzeit interessieren!


Eine neue Geschichte der deutschen Literatur, hrsg. von David E. Wellbery u.a. Berlin 2007 (Originatitel: A New History of German Literature, Harvard University Press 2004), 1219 Seiten, 64,- EUR

Buchumschlag: Eine neue Geschichte der deutschen LiteraturDas Buch ist ein dicker Wälzer mit 1219 Seiten und 188 Essays, die sich teilweise mit Leichtigkeit durch 1258 Jahre Literaturgeschichte schlängeln, teilweise etwas schwer verdaulich daherkommen. Zaubersprüche aus dem Jahre 744 machen den Anfang, W.G. Sebalds "Austerlitz" beschließt den Band, nur noch gefolgt von kurzen Autoreninfos und einem ausführlichen und nützlichen Register.

Dazwischen finden sich auch etliche Artikel zu Werken aus der Frühen Neuzeit. Wer diese gelesen hat, besitzt einen guten Überblick über die mannigfaltige Literatur des 16. bis 18. Jahrhunderts - einen systematischen Überblick über mögliche Gemeinsamkeiten, vereinende Elemente oder über Brüche innerhalb dieser Zeit erhält man freilich nicht. Hierzu müssen andere Werke hinzugezogen werden. Zum Schmökern allerdings ist dieses Buch hervorragend geeignet. Die jeweils ungefähr 6 Seiten umfassenden Essays bieten einen kurzen Einstieg in wichtige Werke der deutschen Literaturgeschichte, immer eingebunden in den jeweiligen historischen Kontext.

Weitere (zusammengefasste) Rezensionen zu diesem Buch bei: Perlentaucher.de

 

 

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