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Die Zeitleiste oder Chronik liefert einen Überblick der Ereignisse des 16. Jahrhunderts. Beigefügt sind zudem etliche Verweise auf online lesbare Quellen.
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1501: Erste Druckerei in Niederösterreich
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Aus Schrattenthal stammt der früheste nachweisbare Druck Niederösterreichs. Demnach stand dort die erste Druckerei in Niederösterreich.
1502: Entdeckungsfahrten
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- Die vierte Reise des Columbus in die sog. Neue Welt beginnt
- Bei seiner zweiten Indienreise entdeckt Vasco da Gama die Inselgruppe der Seychellen.
1502: Bundschuh-Bewegung in Untergrombach
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Der Bundschuh war ein Riemen-Lederschuh, der von den Bauern des Mittelalters und der Frühen Neuzeit getragen wurde. An der Wende des 15. zum 16. Jahrhundert wurde der Schuh zunehmend zum Sinnbild aufständischer Bauern. Der Bundschuh bezeichnete "eine Gruppe von geplanten Aufständen am Oberrhein, die allerdings nicht zum Ausbruch gekommen sind."
Bereits 1493 gab es in Schlettstadt im Elsass Planungen für einen Aufstand, mit der Forderung nach besseren finanziellen Verhältnissen (z.B. durch Abschaffung des Zolls), aber auch nach mehr Unabhängigkeit (Abschaffung der Leibeigenschaft). 1502, 1513 und 1517 folgten weitere gaplante Aufstände, die allesamt Vorboten für den Bauernkrieg von 1525 darstellten. Der Untergrombacher Bundschuh war der wohl "radikalste und folgenreichste". (Zitate nach Blickle/Adam: Bundschuh, 2004, S. 7)
Joß Fritz, ein Bauer aus Untergrombach, war der Anführer. Der Plan, die Bischofsburg in Obergrombach einzunehmen, flog auf - es folgten Festnahmen und Hinrichtungen. Fritz konnte entkommen und spielte beim nächsten Bundschuh von 1513 wieder eine führende Rolle.
1502: Wittenberg: Gründung der Universität "Leucorea"
1503: Papst Pius III. (Lebensdaten: 1439-1503), Papst für knapp einen Monat, 22. September bis 18. Oktober 1503
1503–1513: Papst Julius II.
1504-1505: Landshuter Erbfolgekrieg
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Der Krieg war ein Konflikt zwischen den beiden Wittelsbacher Häusern Bayern-Landshut und Bayern-München. Zwischen beiden bestand die Abmachung, dass die Besitztümer an das jeweils andere Haus fallen sollte, sofern kein männlicher Nachfahre "vorhanden" sei. Bayern-Landshut hielt sich um die Jahrhundertwende nicht an diese Vereinbarung: Herzog Georg von Bayern-Landshut hatte zunächst seine Tochter und später deren Mann Rupprecht von der Pfalz als Nachfolger bestimmt. Nachdem auch die Vermittlungen König Maximilians I. fehlschlugen, kam es zum Krieg. Beide Kriegsparteien erhielten von verschiedenen Seiten Unterstützung. Ein Ende fand der Krieg 1505, als König Maximilian I. einschritt. Darin regelte er die Nachfolge. Unter anderem entstand durch seine Regelung das neue Herzogtum Pfalz-Neuburg.
1505: Eintritt Martin Luthers in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt
1506: Primogeniturgesetz des Herzog Albrecht IV. von Bayern
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Das Primogeniturgesetz regelte, dass das Herzogtum Bayern ein ungeteiltes Herzogtum sein und bleiben sollte. Dafür verzichteten Wolfgang, der Herzog von Bayern-München, sowie einzelne Erbberechtigte gegen gewisse Abfindungen auf ihre Ansprüche. Zudem wurde das Nachfolgerecht des Erstgeborenen festgelegt.
1506: Gründung der Universität "Alma Mater Viadrina" in Frankfurt (Oder)
1507: Martin Waldseemüller: America
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Der deutsche Kartograph Martin Waldseemüller bezeichnet (wohl als erster) die "Neue Welt" als "America", der weiblichen Form des Vornamens Amerigo (nach Amerigo Vespucci, dem vermeintlichen Entdecker der "Neuen Welt").
1508-1519: Kaiser Maximilian I. (Lebensdaten: 1459-1519)
1510: Der Reichstag zu Augsburg erklärt Hamburg zur Reichsstadt
1510: Judenverfolgungen und -morde
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1510 wurden in Berlin 38 Juden verbrannt, zwei weitere enthauptet. Der Vorwurf lautete Hostienschändung. Aus Brandenburg und Braunschweig wurden die Juden vertrieben.
1510: Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim: De occulta philosophia
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Heinrich Cornelius Agrippa hatte im Jahre 1510 sein Werk De occulta philosophia abgeschlossen, worin er das Wissen seiner Zeit über Magie und Astrologie systematisch zusammenfasste. Das Wer erschien erst 1531 in dem Gesamtwerk (Opera) und 1533 als einzelne Schrift.

1511: Wahl Albrechts von Brandenburg-Ansbach zum Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen
1511: Erasmus von Rotterdam: Lob der Torheit
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Das Buch "Lob der Torheit" von Erasmus von Rotterdam erschien in Paris und wenig später in Straßburg.
- Quelle: Desiderius Erasmus: Moriae encomium declamatio (Ausgabe von 1512 in lateinischer Sprache), Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek. Hinweis: Erasmus' "Lob der Torheit" gibt es auch in mehreren, käuflich zu erwerbenden deutschen Buchausgaben!
1512: Kreisordnung Kaiser Maximilians I.: Fortan 10 Reichskreise
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Der Köln-Trierer Reichstag 1512 setzt die Kreisordnung Kaiser Maximilians I. durch, wonach das Reich in 10 Reichskreise eingeteilt wurde. Die Reichskreise, an deren Spitze jeweils ein Kreishauptmann stand, sollten übergreifende Aufgaben übernehmen, die weder vom Reich noch von den (oftmals schwachen) einzelnen Territorien wahrgenommen werden konnten. Allerdings: "Es sollte Jahrzehnte dauern, bis die Kreise, genauer die dort tonangebenden, weiter erstarkenden Territorialherren, ihrer zugedachten Rolle für die Befriedung des Alltages im Reich gerecht wurden." (Kotulla: Deutsche Verfassungsgeschichte, S. 24)
1512: Großbrand in Lünen
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1512 bricht in Lünen ein Feuer aus, das große Teile der Stadt zerstören sollte. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben. Teilweise werden die Sünden der Bewohner als Ursache des Feuers genannt. Um künftige Brände zu vermeiden, wurde u.a. eine jährliche Prozession beschlossen. (Heinzmann: Gemeinschaft und Identität, 2006, S. 220)
1513: Eucharius Rösslin: Hebammenbuch
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Eucharius Rösslin, der in Frankfurt, später in Worms als Stadtarzt arbeitete, veröffentlichte 1513 das erste deutsche Buch zur Geburtshilfe: "Der swangern frawen und Hebammen Rosegarten". Das Buch fand eine relativ weite Verbreitung und war wohl hauptsächlich für die Praxis der Geburtshelferinnen gedacht.
1513: Niccolò Machiavelli: Il Principe mehr 1513 verfasste
Machiavelli sein 1532 gedrucktes Werk "Il Principe". Darin ordnete er "Gewinnung und Erhaltung der Macht um ihrer selbst willen allen moralischen Bindungen des Fürsten über und legte so den Grundstein für die Vorstellung von einem vom sonstigen Moralkodex befreiten Staatsethos" (Burkhardt, 1985, S. 14) - später Staatsräson genannt.
- Quelle: Machiavelli: Il Principe (Ausgabe von 1583), Google Bücher. Hinweis: Machiavelli "Il Principe" gibt es auch in mehreren, käuflich zu erwerbenden deutschen Buchausgaben ("Der Fürst")!
1513-1514: Entstehung der berühmten Kupferstiche
"Ritter, Tod und Teufel", "Der heilige Hieronymus im Gehäus" und
"Melencolia I" Albrecht Dürers
1513–1521: Papst Leo X. (Lebensdaten: 1475-1521)
1514: "Armer Konrad" und der Tübinger Vertrag
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Unter dem "Armen Konrad" ist "eine überständisch und überterritorial agierende und organisierte Widerstandsbewegung (zu verstehen), die längerfristig eine Massenbewegung vorbereitete, deren Ziel der Sturz der bestehenden Herrschafts- und und Gesellschaftsordnung war."(Zitate nach Blickle/Adam: Bundschuh, 2004, S. 184)
Im Mai 1514 plante der württembergische Herzog Ulrich, auf alle Lebensmittel eine Steuer zu erheben, die seinen verschuldeten Haushalt sanieren sollte. Dagegen formierte sich im Remstal (östlich von Stuttgart) ein breiter öffentlicher Widerstand. Unzufrieden war der "einfache Mann" schon länger, doch diese Pläne Ulrichs ließen das Fass überlaufen. Zwar zog er die Steuerpläne wieder zurück, unter dem Namen "Armer Konrad" bildete sich der Widerstand aber weiter aus. In Württemberg kam es zu Tumulten, die schließlich von Ulrichs Truppen niedergeschlagen wurden. Die gefangen genommenen Anführer wurden getötet, die Mitläufer gefoltert und eingesperrt.
Herzog Ulrich sicherte sich im Kampf gegen den "Armen Konrad" die Unterstützung der Landschaften, also der Landstände, die gegenüber dem Landesherrn das Land und die Bevölkerung vertraten und sich als Landtag versammelten. Auch sie sahen ihre Stellung die Bewegung bedroht. Der zwischen ihnen und dem Herzog geschlossene Tübinger Vertrag legte fest, dass die Landschaften zur Tilgung der herzoglichen Schulden beitragen sollten. Im Gegenzug musste der Herzog den Landschaften bedeutende Rechte zusichern.
1515: Herzog Georg von Sachsen verkauft Friesland an die Habsburger
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Im Mai verkaufte Herzog Georg von Sachsen ("der Bärtige") für 100.000 Rheinische Gulden Friesland an den Habsburger Karl von Burgund, dem späteren Kaiser Karl V. Noch 1504 ließ sich Georg als "ewiger Goubernator" festschreiben und durch Statthalter in Friesland vertreten. 1514 zog er mit Truppen nach Friesland, um Aufstände niederzuschlagen, konnte sich jedoch nicht vollständig durchsetzen. Anschließend verkaufte er das Land.
1515: Hermann von Wied wird neuer Erzbischof von Köln
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Der neue Erzbischof machte sich u.a. dadurch einen Namen, dass er 1540 in Köln die Reformation durchführte. Er wurde dafür vom Papst abgesetzt und exkommuniziert, erkannte diese Entscheidung jedoch nicht an. Als die Landstände, die zunächst hinter hermann und seiner Entscheidung standen, von Kaiser Karl V. gezwungen wurden, ihre Unterstützung aufzugeben, zog sich Hermann von Wied von seinen Ämtern und Vorhaben zurück.
1516: Reinheitsgebot für Bier im Herzogtum Bayern
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Herzog Wilhelm IV. von Bayern (auch "der Standhafte" genannt) führt im Herzogtum Bayern (heute auch Altbayern genannt, welches die heutigen Gebiete Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz umfasst) das Reinheitsgebot ein.
1516: Erasmus von Rotterdam: Novum Instrumentum omne
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Im Jahre 1516 veröffentlichte der Humanist, Theologe, Philosoph und Philologe Erasmus von Rotterdam (eigentlich Gerhard Gerhards, 1466?-1536) die Erstausgabe des Neuen Testaments in griechischer Sprache mit einer lateinischen Übersetzung und einem kritischen Kommentar: Novum Instrumentum omne. Dieses Ausgabe wurde noch Jahrhunderte später als Grundlage für weitere Übersetzungen herangezogen.
1517: Martin Luthers Thesen gegen den Ablasshandel mehr
... ob als Thesenanschlag an die Wittenberger Schlosskirche oder als Schreiben an Erzbischof Albrecht: Seine Thesen trafen den Nerv der Zeit, da sie schwelende Fragen und Ressentiments aufgriffen. Noch im Dezember 1517 schickte Erzbischof Albrecht die Thesen nach Rom.
1517: Hans von Gersdorff: Feldtbuch der Wundt Artzney
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1517 wurde das Feldbuch des bekannten Wundarztes Gersdorff veröffentlicht. In diesem Buch (wie auch in verschiedenen anderen) zeigte sich das Bestreben, die chirurgischen Kenntnisse zu systematisieren. Die Illustrationen stammten wohl von Hans Wechtlin, so u.a. auch die vielleicht erste Abbildung einer Schädelöffnung. (Janzin/Güntner: Das Buch vom Buch, 3. Aufl., 2006, S. 163)
1518: Philipp der Großmütige wird mit 13 volljährig und Landgraf von Hessen
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Kaiser Maximilian I. erklärte im Jahre 1518 den 13-jährigen Philipp, der später bei der Verbreitung und Etablierung des reformatorischen Gedankenguts eine wichtige Rolle spielen sollte, für mündig. Vorausgegangen war ein Streit um die Nachfolge des 1509 verstorbenen Landgrafs Wilhelm II. Philipp
1518: Anklage Martin Luthers wegen Ketzerei
1519: Wahl Karl V. (1500-1558) zum König des Heiligen Römischen Reiches mehr Geboren in Gent am 24.02.1500, gestorben am 21.09.1558 in San Gerónimo de Yuste; König von Spanien (1516-56), Römischer König (1519-56), Kaiser (1530-56)
1519: Herzog Ulrich von Württemberg marschiert in Reutlingen ein
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Nach der Ermordung des Burgvogts in Reutlingen, marschierte der württembergische Herzog Ulrich in die Stadt ein, musste jedoch nach dem Eingreifen des Schwäbischen Bundes wieder fortziehen.
1519: Leipziger Disputation
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1519 fand in Leipzig ein theologisches Streitgespräch zwischen den Reformatoren Martin Luther, Philipp Melanchthon und Andreas Karlstadt und dem katholischen Theologen Johannes Eck statt.
1519: Judenpogrom in Regensburg
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Im 15. und angehenden 16. Jahrhundert wurden Juden aus nahezu allen größeren Städten des Reiches vertrieben, so auch 1519 aus Regensburg. Hier hatten sich die Juden aufgrund kaiserlicher Anordnungen lange Zeit halten können, doch mit dem Wirken des Dompredigers Balthasar Hubmaier im Jahre 1516 begann auch hier eine Zeit des Hasses. 1519 war der Höhepunkt erreicht: Innerhalb einer Woche sollten sie die Stadt verlassen. Die Synagoge wurde zerstört.
1519-1521: Reiterkrieg zwischen dem Deutschen Orden und Polen
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Der Deutsche Orden war ein Ritterorden aus der Zeit der Kreuzzüge - mit einem eigenen Staat, dem Deutschordensstaat im Baltikum. Er
versuchte sich unter der Führung von Albrecht von Brandenburg-Preußen, dem Hochmeisters des Ordens, militärisch aus der Abhängigkeit von Polen, die seit dem "Zweiten Thorner Frieden" (1466) bestand, zu lösen. Die Feldzüge waren jedoch wenig erfolgreich, das Unternehemen scheiterte. Nach einem vierjährigen Waffenstillstand und dem Übertritt Albrechts auf die Seite Luthers wurde der Deutschordensstaat säkularisiert. Viele Ordensleute und auch der Papst erkannten dies nicht an.
1519-1522: Fernão de Magalhães (1480-1521) umsegelte als Erster die Welt, stirbt aber während der Reise 1520: Luther übersetzte auf der Wartburg das Neue Testament ins Deutsche
1520: Bekannte reformatorische Schriften Luthers erscheinen
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Im Jahre 1520 erschienen die bekannten lutherischen Schriften "An den christlichen Adel deutscher Nation" und "Von der Freiheit eines Christenmenschen".

1521: Reichstag zu Worms / Wormser Edikt mehr - Endgültige Einteilung des Reichs in 10 Reichskreise
- Wormser Edikt gegen Martin Luther: Ächtung wegen Agitation gegen das Konzil von Konstanz und wegen Unruhestiftung. Verbot, Luthers Schriften zu drucken, abzuschreiben, zu lesen, zu kaufen oder zu verkaufen.
1521: Thomas Müntzer flieht aus Zwickau
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Thomas Müntzer, Pfarrer in Zwickau, wurde seines Amtes enthoben und musste aus der Stadt fliehen. Die Gründe lagen in den Streitigkeiten mit dem Franziskanerorden und dem Rat der Stadt Zwickau, der ihn des Aufruhrs beschuldigte.
1521: Wittenberger Unruhen
mehr Während Luthers Aufenthalt auf der Wartburg kam es in Wittenberg zu einem Streit, wie weit die theologischen Veränderungen oder Neuerungen gehen sollten. Einigen gingen die bisherigen Reformen nicht weit genug, v.a. was das Zölibat und die Messe betraf. Luther kehrte schließlich nach Wittenberg zurück und forderte in seinen berühmten Invokavitpredigten, dass die Bevölkerung nicht durch zu radikale Änderungen verunsichert werden sollte. Aufgrund des Streits kam es zum Bruch zwischen Luther und dem Reformator Karlstadt (eigtl. Andreas Rudolf Bodenstein, 1480-1541).
1521-1529: Kriege Karls V. gegen Franz I. (König von Frankreich) mehr Die Kämpfe zwischen den Heeren Karls V. und Franz' I., jeweils mit unterschiedlichen Bundesgenossen, drehten sich um die Vorherrschaft in Italien und Burgund. 1525 kam es zur Schlacht von Pavia, 1527 zu den Plünderungen von Rom (Sacco di Roma). Im Frieden von Cambrai 1529 erhielt Karl V. Mailand und das französische Burgund. Die Streitigkeiten waren damit aber noch lange nicht beigelegt. Es folgten weitere Kriege und die Friedensschlüsse von Nizza im Jahre 1538 und von Crépy im Jahre 1544.
1522–1523: Papst Hadrian VI. (Lebensdaten: 1459-1513)
1522/23: Durchbruch der Reformation in Zürich unter Huldrych Zwingli (1484-1531) mehr Zwingli, Leutpriester in Zürich, veröffentlichte 1522 seine erste reformatorische Schrift ("Vom Erkiesen und Freiheit der Speisen"). Eine zweite Schrift richtet er an den Konstanzer Bischof Hugo von Landenberg. Dieser verlangt die Ächtung Zwinglis und seiner Lehren gemäß dem Wormser Edikt. 1523 kommt es zur ersten Zürcher Disputation, einem Religionsgespräch mit Zwingli, den Priestern der Stadt und des Landes Zürich sowie eines Vertreters des Konstanzer Bischofs. Zwingli hatte hierfür die "67 Schlussreden" verfasst: Thesen, die seine reformatorische Einstellung zusammenfassen. Der Rat der Stadt stimmte Zwinglis Predigt zu, die Reformation fand ihren Durchbruch.
1522/23: Aufstand der Reichsritter in Deutschland (Sickingfehde, auch Ritter- oder Pfaffenkrieg genannt) mehr Luther forderte in seiner Adelsschrift den Adel zur Übernahme von Aufgaben für Kirche und Reich auf. Daraufhin formierten sich Teile des reichsritterschaftlichen, niederen Adels um Franz von Sickingen (1481-1523) und Ulrich von Hutten (1488-1523). Sie griffen zu den Waffen, gerichtet gegen den Kurfürsten von Trier.
1523: Erste vollständig deutsche Liturgie durch Thomas Müntzer
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In Allstaedt (südlich von Eisleben, im Südwesten des heutigen Sachsen-Anhalts) fand Müntzer eine neue Anstellung als Pfarrer und schuf dort die erste Liturgie in komplett deutscher Sprache.
1523–1534: Papst Clemens VII. (Lebensdaten: 1478-1534)
1524: Philipp von Hessen erster deutscher Fürst, der sich zur Reformation bekennt
1524/25/26: Regensburger Einung, Dessauer Bündnis und das Bündnis von Gotha-Torgau
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Zur Durchsetzungen des Wormser Edikts bildeten sich zwei katholische Bündnisse: die Regensburger Einung (Süddeutschland, 1524) und das Dessauer Bündnis (Norddeutschland, 1525), in denen weltliche und geistliche Fürsten sich gegenseitige Unterstützung zusagten. Im Gegenzug schlossen sich Philipp von Hessen und Johann von Sachsen das (reformatorische) Bündnis von Gotha-Torgau (1526).
1525: Johannes Eck: Enchiridion locorum communium adversus Lutherum
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1525 veröffentlichte der katholische Theologe und einer der schärfsten und meistgehassten Gegner der Reformation, Johannes Eck, sein antilutherisches "Handbuch" (Enchiridion). Es wurde über 100-mal aufgelegt bzw. übersetzt. (Iserloh: Geschichte und Theologie, 1980, S. 96)
1525: Bauernkrieg in Deutschland mehr Aufstand der Bauern mit Unterstützung einiger adeliger Anführer (z.B. Florian Geyer und Götz von Berlichingen) und einiger kleinerer Städte (z.B. Memmingen). Die Bauern forderten die Erhaltung oder Wiederherstellung ihres ständischen "alten Rechts" anstelle des neuen römischen Landrechts, mehr bäuerliche Selbstverwaltung und wehrten sich gegen steigende Abgaben und Dienste, aber auch gegen Willkür.
Es war keine geschlossene, zentral geführte Aktion innerhalb des Heiligen Römischen Reichs, sondern ein Konglomerat aus vielen kleinen Einzelaktionen - die jedoch erfassten weite Gebiete, von Süddeutschland bis tief nach Thüringen und Sachsen.
Der Bauernkrieg endete in einer grausamen Niederschlagung der Bewegung: Mehr als 100.000 Menschen sollen ihr Leben verloren haben. Luther legitimierte im Voraus das harte Vorgehen der Fürsten und enttäuschte damit viele seiner Anhänger. "Für die Geschichte der Reformation gilt das Ende des Bauernkriegs als Zäsur zwischen ihren populären Anfängen ('Sturmjahre der Reformation', 'Volksreformation') und einer obrigkeitlichen Phase ('Fürstenreformation')." (Burkhardt, 1985, S. 67)
1525: Luthers Haltung zum Bauernkrieg
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Martin Luther schlägt sich im Bauernkrieg auf die Seite der Fürsten und enttäuscht damit viele Bauern.
1526 und 1529: Reichstage zu Speyer: "Fürstenreformation" mehr Karl V. forderte den Reichstag auf, das Wormser Edikt gegen Luther und seine Lehren durchzuführen, doch wurde dies mittlerweile als unmöglich angesehen. Das Edikt wurde außer Kraft gesetzt. Beschlossen wurde hingegen, dass jeder Reichsstand, jeder Fürst es in Glaubensangelegenheiten so halten solle, wie sein Gewissen es gegenüber Gott und Kaiser zuließe. Damit konnte sich die reformatorische Bewegung weiter ausbreiten. Der zweite Reichstag 1529 hob diese Regelung wieder auf, allerdings sollte die neue Lehre dort bestehen bleiben dürfen, wo sie bereits eingeführt worden war.
1527: Johann von Sachsen: Instruktion zur Kirchenvisitation
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Auf Anraten von Martin Luther erließ der sächsische Kurfürst Johann eine Instruktion zur Durchführung der sogenannten Visitation: Eine einheitliche Kirchenordnung sollte im gesamten Territorium mittels Beamte und Theologen durchgesetzt werden.
1527: Michael Sattler und die Anfänge des Täufertums / Schleitheimer Artikel
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Michael Sattler (1495-1527) war Prior des Benediktinerklosters St. Petrus in Freiburg, bevor er sich für die Schriften der Reformatoren interessierte. Er ging daraufhin nach Zürich, traf sich dort mit der gerade formierten Täufergemeinde zusammen und wurde ein halbes Jahr später mit den anderen Täufern aus Zürich vertrieben.
Im Kanton Schaffhausen, genauer in Schleitheim, verfasste er am 24. Februar 1527 die "Schleitheimer Artikel" - ein täuferisches Glaubensbekenntnis: "Darin sind als die sie kennzeichnenden Lehrpunkte genannt: 1. Ablehnung der Kindertaufe, 2. Bann der Abtrünnigen, 3. Abendmahlsgemeinschaft als Gedächtnis an Jesus, 4. Absonderung von den Greueln der Welt, 5. eigene Wahl der Hirten und Lehrer, 6. Gewaltlosigkeit und Ablehnung des Schwertes, d.h. der Obrigkeit, 7. Ablehnung des Eides." (Iserloh, Geschichte und Theologie, 1980, S. 88)
Drei Monate darauf wird Sattler in Rottenburg wegen Ketzerei angeklagt und hingerichtet. Die Schleitheimer Artikel bleiben eine der grundlegenden Schriften des Täufertums.
1529: Entstehung des Begriffs "Protestant"
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Als die evangelischen Stände auf dem 2. Reichstag zu Speyer feierlich Protest gegen deie Aufhebung des Beschlusses vom 1. Reichstag einlegten, erhielten sie den Namen "Protestanten".
1529: Kleiner und großer Katechismus Luthers
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Die Visitationen zeigten, dass viele Menschen, auch die Prediger, nur wenig Wissen über die neuen Lehren hatten. Dies veranlasste Luther zur Abfassung eines großen und eines kleinen Katechismus'. "Durch ihn (den kleinen Katechismus, Anm. von WebHistoriker) wie durch seine geistlichen Lieder ist Luther der große religiöse Volksbildner geworden." (Iserloh, Geschichte und Theologie, 1980, S. 78)
1529: Erste Belagerung Wiens durch die Türken mehr Die Türken drangen unter Sultan Süleiman II. nach Südosteuropa vor: 1521 Eroberung Belgrads, 1526 Schlacht bei Mohács, 1529 Belagerung Wiens).
1529: Marburger Religionsgespräch
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Das Marburger Religionsgespräch fand vom 1. bis 3. Oktober 1539 auf dem Schloss des Landgrafen Philipp von Hessen statt. Er hatte dazu eingeladen, um die unterschiedlichen reformatorischen Strömungen zu einigen. Teilnehmer waren u.a. Martin Luther, Huldrych Zwingli, Philipp Melanchthon und Martin Bucer. Diskutiert wurde über die Eucharistie und die Bedeutung der Sakramente.
1530–1556: Kaiser Karl V. (selbsternannter Kaiser seit 1520; Lebensdaten: 1500-1558)
1530: Augsburger Reichstag und die Confessio Augustana mehr Das Ziel dieses Reichstags sollte eigentlich die Wiederherstellung der Einheit der Religion sein. Für die Beratungen legten die reformatorischen Gruppen ihre Lehrbekenntnisse vor: die Lutheraner eine von Philipp Melanchthon verfasste Schrift, die "Confessio Augustana", die Zwinglianer die "Ratio fidei" und die vier Städte Straßburg, Konstanz, Lindau und Memmingen die "Tetrapolitana". Die Einigung misslang. Der Kaiser und die Mehrheit im Reichstag sprachen sich gegen die Confessio Augustana aus. Die Kluft zwischen den Anhängern der alten Kirche und den Reformatoren wurde größer.
1530: Reichspolizeiordnung
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Die im Jahre 1530 vom Reichstag verabschiedete Reichspolizeiordnung sollte die alltägliche Ordnung des Gemeinwesens sichern. Der Begriff Polizei oder Policey wurde im 16. Jahrhundert anders als heute gebraucht: Er stand für die Herstekllung und Wahrung der allgemeinen Ordnung - und umfasste demnach etliche Reglementierungen, die direkt in den Alltag eingriffen, von der Kleiderordnung über die Bestimmungen zu einzelnen Feierlichkeiten bis hin zu den notwendig einzuleitenden Maßnahmen bei einem Begräbnis. 1548 und 1577 wurde die Reichspolizeiordnung aus dem Jahre 1530 überarbeitet und erweitert.

1531: Gründung des Schmalkaldischen Bundes / Nürnberger Anstand (1532) mehr Der Bund war ein Verteidigungsbündnis der evangelischen Reichsstände gegen die Religionspolitik Karls V. Karl V. reagierte, da er auf die Hilfe dieser Reichstsände gegen die weiter vordringenden Türken angewiesen war, mit dem "Nürnberger Anstand". Bis zu einem Konzil wurde den Reichsständen die freie Religionsausübung zugestanden.
1532: Constitutio criminalis Carolina
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Die Constitutio criminalis Carolina, zu deutsch die "Peinliche Gerichtsordnung Karls V.", war eine vom Reichstag verabschiedete und von den Territorien übernommene "Prozessordnung, die sich zur Grundlage des frühneuzeitlichen deutschen Strafrechts entwickelte" (Münch, Lebensformen, 1992, S. 36). Der Begriff "peinlich" ist im Sinne von Pein, Schmerz oder Strafe zu verstehen. In der Gerichtsordnung wurden u.a. Verbrechen und die Bestrafung festgelegt.
1533: Brandenburg-Nürnberger Kirchenordnung
mehr
Die Kirchenordnungen gehörten zu den wichtigsten Instrumenten zur Durchsetzung der protestantischen Konfession in den einzelnen Ländern. Ein Vorbild für viele dieser Ordnungen - die meisten erschienen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts - war die Brandenburg-Nürnberger Kirchenordnung von 1533. "geregelt wurden in den Kirchenordnungen alle dernkbaren Fragen des Gottesdienstes und des kirchlichen Rechts, des Schulwesens und der Verwaltung der Kirche, aber auch die Besoldung, die Ausbildung und die Einsetzung der Pfarrer." (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 1989, S. 154)
1534: Gründung des Jesuitenordens mehr Ignatius von Loyola gründet 1534 die Gesellschaft Jesu in Paris. Der Orden wird 1540 von Rom zugelassen und sollte später eines der wichtigsten Instrumente der Gegenreformation werden.
1534-1535: Täuferreich in Münster
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Sie wollten, ausgehend von Münster, ein buchstäbliches Reich Gottes errichten und die Menschen mit Gewalt der Herrschaft Gottes unterwerfen: die Täufer von Münster. Ausgehend vom Gedankengut Melchior Hofmanns strömten zahlreiche "Melchioriten" nach Westfalen. In Münster trafen sie auf weitere radikale Kreise um den Reformator Bernhard Rothmann. Sie übernahmen die Herrschaft in der Stadt, angeführt von Jan Matthijs, einem Bäcker aus Haarlem, und nach seinem Tod der Schneider Jan Beuckelsz aus Leiden (auch Jan van Leiden genannt), der sich zum König der Welt ausrufen ließ. Alle Gegner des Täufertums sollten umgebracht werden, jegliches Eigentumsrecht wurde aufgehoben.
Franz von Waldeck, seit 1532 Bischof von Münster und Osnabrück ließ die Stadt militärisch umzingeln - es folgte eine 16-monatige Belagerung. Am 25. Juni 1535 war die grausame und blutreiche Schreckensherrschaft beendet. Jan van Leiden wurde zur Abschreckung mehrere Monate durch das Land geführt und schließlich Anfang 1536 zusammen mit seinen engsten Vertrauten mit glühenden Zangen zu Tode gefoltert. Ihre Leichname wurden in Käfigen ausgestellt, die noch heute am Turm der Lambertikirche.
Aufgrund der Gewaltbereitschaft kann das Täuferreich in Münster eigentlich nicht den Täufern zugerechnet werden, die Gewalt ausdrücklich ablehnten (s. Schleitheimer Artikel von 1527). Tatsächlich hat diese Gleichsetzung der gewaltfreien Täuferbewegung sehr geschadet.
1534-1549: Papst Paul III. (Lebensdaten: 1468-1549)
1535: Calvin verfasste seine Hauptschrift "Institutio Christianae Religionis" mehr Die "Institutio Christianae Religionis" ist eine Zusammenfassung der evangelischen Lehre. Mit einem Widmungsschreiben wurde sie an den französischen König Franz I. gesandt, um die französischen Protestanten zu unterstützen. Calvin selbst fand 1533 den "Weg" zu den Reformatoren und ihrem Gedankengut.
1537: Die Schmalkaldischen Artikel Luthers mehr Luther lieferte mit diesen Artikeln eine Zusammenfassung seiner Theologie.
1540: Theologenkonvent in Schmalkalden: Verurteilung der Spiritualisten Kaspar von Schwenckfeld und Sebastian Franck
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Vom Theologenkonvent in Schmalkalden wurden 1540 zwei Männer verurteilt, die zunächst als Anhänger Luthers viel zur Ausbreitung der Reformation beigetragen hatten: Kaspar von Schwenckfeld (1489-1561) und Sebastian Franck (1499-1542). Sie gehörten der Bewegung der Spiritualisten an, die alles Äußere als belanglos bezeichneten: Nur das Innere, das Geistige zähle. Den neuplatonischen Dualismus und Widerspruch von Geist und Körper vorausgesetzt, sahen sie alles Geschriebene, die kirchliche Institution sowie ihre äußerliche Ordnung (Liturgie, Sakrament, Kirchenzucht) als unwesentlich an.
1540-1541: Religionsgespräche mehr
Da ein Konzil nicht zustande kam, wurden in Hagenau und Worms, später dann in Regensburg (Reichstag) weitere Verständigungsversuche zwischen der katholischen Seite und den Protestanten unternommen - ohne Erfolg.

1542: Sachsen und Hessen besetzen Braunschweig-Wolfenbüttel
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Im Streit um die Stadt Goslar kam es 1542 zur Besetzung von Braunschweig-Wolfenbüttel durch Johann Friedrich I., den Kurfürsten von Sachsen, und Philipp, Landgraf von Hessen. Mit der Reformation wurden Johannes Bugenhagen und Anton Corvinus beauftragt.
1542: Johannes Calvin: Genfer Katechismus mehr
1543: Nikolaus Kopernikus: De revolutionibus orbium coelestium
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Im Jahre 1543 wurde Nikolaus Kopernikus' (Astronom, 1473-1543) berühmtes Werk "Über die Umdrehungen der Himmelskörper" veröffentlicht.
Kopernikus hielt seine Schrift mehrere Jahre zurück, vielleicht aus Rücksicht auf die antiken Autoren und Schriften oder auf die Kirche. Denn eines war klar: Seine Ansichten waren wahrlich "revolutionär" - sie widersprachen sowohl dem antiken Weltbild des Ptolemäus und den Gesetzen der Mechanik des Aristoteles, aber auch der christlich-theologischen Überlieferung. Kopernikus begründete das heliozentrische Weltbild (helios, griech., bedeutet Sonne): Die Sonne (griech. helios) stehe im Mittelpunkt des Universums, um sie herum drehe sich die Erde - und nicht die Sonne um die Erde. Auch die Erde drehe sich um sich selbst, meinte Kopernikus, obwohl er dafür noch keine Beweise vorbringen konnte.
"De revolutionibus orbium coelestium" wurde schließlich im Jahre 1616 von der katholischen Kirche auf den Index gesetzt. 1757 wurde die Indizierung aufgehoben. 1822 erkannte Rom endlich offiziell die die Lehre von der Bewegung der Erde um die Sonne an. (Gebhardt/Kiesel, 2004, S. 6)
1543: Andreas Vesalius: De humani corporis libri septem
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Der wohl bedeutendste Anatom des 16. Jahrhunderts, Andreas Vesalius (1514-1564) veröffentlichte in diesem Jahr seine sieben Bücher über die Anatomie des menschlichen Körpers. Die darin vorhandenen Holzschnitte "versuchten zum ersten mMal e in der Geschichte der Anatomie, die tatsächlichen Gegebenheiten des menschlichen Körpers wiederzugeben und sollten für weit mehr als ein Jahrhundert die Norm aller folgenden anatomischen Abbildungen liefern." (Eckart: geschichte der Medizin, 1994, S. 112)
1545: Erste calvinistische Gemeinden am Niederrhein
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Aus den Niederlanden zogen Wallonen und Flamen an den Niederrhein - aus religiösen, aber auch aus wirtschaftlichen Motiven. Letztgenannte Gründe führten zu einer Aufnahme v.a. in Wesel. Weitere Gruppen stießen 1553 nach Wesel, nachdem in England die katholische Königin Maria den Thron bestiegen hatte.
1546: Girolamo Fracastoro: Kontagienlehre (Ansteckungslehre)
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Fracastoro formulierte wohl als erster ein Krankheitskonzept, das von der Möglichkeit einer Ansteckung durch spezifische Keime, durch die Luft oder durch direkten Kontakt ausging.
1546-1547: Schmalkaldischer Krieg mehr Der Schmalkaldische Krieg war der erste Religionskrieg im Heiligen Römischen Reich, auch wenn der Kaiser diesen Eindruck vermeiden wollte. Karl V. ging darin gegen die evangelischen Fürsten vor: Zunächst drangen die Truppen Moritz' von Sachsen (obwohl selbst evangelisch) zusammen mit König Ferdinand in Kursachsen ein, die Schmalkaldener mussten Richtung Norden zurückweichen. Der sächsische Kurfürst und Philipp von Hessen wurden gefangen genommen (die Kurwürde erhielt Moritz von Sachsen), die religiös-politische Opposition zerschlagen. Karl V. hatte damit einen großen Erfolg errungen, schaffte es jedoch nicht, die Protestanten zur Teilnahme an einem Konzil zu zwingen - der Papst hatte dieses unterbrochen.
1548: Augsburger Interim
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Das Augsburger Interim war eine Übergangslösung, die verbindliche Regeln für Katholiken und Protestanten festlegte. Sie sollten bis zu den Entscheidungen des Trienter Konzils gelten, das 1545 eröffnet wurde. Ausgearbeitet worden war das Interim von gemäßigten katholischen und evangelischen Theologen, wobei letztendlich die katholischen Standpunkte überwogen. Zugestanden wurde den Protestanten allerdings der Laienkelch und die Priesterehe.
1548: Formula reformationis
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1550–1555: Papst Julius III. (Lebensdaten: 1487-1555)

1551-1558 Konrad Gesner: Historia animalium
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Der Züricher Arzt, Humanist und Naturforscher Konrad Gesner (1519-1565) gab 1551 den ersten Teil seines "Tierbuchs" heraus, das bis 1558 vier Bände umfassen sollte: - Ein Buch über die lebendige Junge gebärende Vierfüßer (Quadrupedes vivipares), 1551,
- eines über Eier legende Vierfüßer (Quadrupedes ovipares), 1554,
- über die Vögel (Avium natura), 1555 und über die Fische und Wassertiere (Piscium & aquatilium animantium natura), 1558.
Nach Gesners Tod folgten - aus seinem Nachlass - noch Bücher über Schlangen und Insekten.
1552: Fürstenkrieg oder Fürstenrebellion und Passauer Vertrag mehr Erhebung evangelischer Fürsten gegen den Kaiser unter der Leitung Moritz' von Sachsen. Karl V. muss aus Deutschland fliehen, die Rebellen verständigen sich mit König Ferdinand auf den Passauer Vertrag. Dieser sah die Freilassung des hessischen Landgrafs Philipp und die Beilegung der Streitigkeiten auf einem Reichstag vor.
1553: Miguel Serveto (a. Michael Servet): Beschreibung des kleinen Blutkreislaufs
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1553 veröffentlichte der spanische Arzt Miguel Serveto die Schrift Christianismi restitutio, in der erstmals der kleine Blutkreislauf des Menschen annähernd richtig beschrieben wurde. Serveto war ein Kritiker der Trinitätslehre, wurde daher von der katholischen Inquisition verfolgt. In Genf ließ ihn Calvin 1553 festnehmen und anklagen - aus "Sorge um dessen Seelenheil". Serveto wurde noch im gleichen Jahr auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
1554–1557: Russisch-Schwedischer Krieg
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In diesem Krieg ging es um den russischen Zugang zur Ostsee.
1555: Augsburger Religionsfrieden mehr Der Augsburger Religionsfrieden, der auf dem Augsburger Reichstag zustande kam, war ein Friedensvertrag zwischen König Ferdinand I. und den Protestanten, die die Confessio Augustana anerkannten. Die Protestanten erhielten damit ihre reichsrechtliche Anerkennung und ihr "ius reformandi": Die Konfession des Landesherrn verpflichtete die Untertanen zur Übernahme derselben - cuius regio eius religio (lt., wessen Land, dessen Religion). Wer sich von den Untertanen damit nicht einverstanden erklären wollte, konnte das "ius emigrandi" für sich in Anspruch nehmen, das Recht auf Auswanderung.
Konfessionell gemischte Reichsstädte hatten beiden Konfessionen die Ausübung ihrer Relligion zu gestatten. Regiert ein geistlicher Reichsfürst, so musste er im Falle eines Konfessionswechsels seine Ämter aufgeben. Dies bestimmte der so genannte Geistliche Vorbehalt (reservatum ecclesiasticum), der später noch (s. 1582: Kölnischer Krieg) für etliche Zwistigkeiten sorgen sollte.
Der Augsburger Religionsfrieden war eigentlich nur als Provisorium gedacht - bis die Einheit der Religion wieder hergestellt werden könne. Faktisch wurde er ein dauerhafter Bestandteil des weiteren religions-politischen Geschichtsverlaufs. Die Reformierten (Calvinisten, Zwinglianer) sowie weitere religiöse Gruppierungen (Täufer, Spiritualisten) blieben zunächst außen vor. Die Reformierten wurden erst Jahre später miteinbezogen, offiziell sogar erst 1648.
1555: Papst Marcellus II. (Lebensdaten: 1501-1555), Papst für knapp einen Monat, 9. April bis 1. Mai 1555
1555–1559: Papst Paul IV. (Lebensdaten: 1476-1559)
1556: Kaiser Karl V. dankt ab mehr Karl V. übergibt das Kaisertum an Ferdinand I. und Spanien an Philipp II. Damit wurde das Haus Habsburg endgültig aufgeteilt in einen deutschen und einen spanischen Zweig.
1556: Georgius Agricola: De re metallica libri XII
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Im Jahre 1556 wurde Georgius Agricolas (Georg Bauer, 1494-1555) Schrift "De re metallica" herausgegeben, zunächst in lateinischer Sprache, kurzte Zeit darauf auch in deutscher ("Vom Bergkwerck XII Bücher"). es war die erste systematische Abhandlung der Bergbau- und Hüttenkunde des 16.Jahrhunderts.
1556–1564: Kaiser Ferdinand I. (Lebensdaten: 1527-1576)
1558: Gründung der Universität Jena
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Die bereits 1548 gegründete "Hohe Schule" in Jena erhielt zehn Jahre später durch Kaiser Ferdinand I. den Status einer Universität.
1558: Gründung der Bayerischen Staatsbibliothek
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Im Jahre 1558 wird in München durch Herzog Albrecht V. die Münchner Hofbibliothek gegründet. Zwei aufgekaufte Sammlungen bildeten den Grundbestand: die Privatbibliothek des österreichischen Kanzlers und Orientalisten Johann Albrecht Widmannstetter und, 14 Jahre später, die Sammlung Johann Jakob Fuggers.
1558: Russland überfällt Livland (Livländischer Krieg)
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Ivan IV. Wassiljewitsch (1530-1584), auch "der Schreckliche" genannt, überfiel mit seinen Truppen 1558 Livland. "Livland war um die Mitte des 16. Jahrhunderts ein wirtschaftlich blühendes, aber politisch außerordentlich brüchiges Gebilde: eine Föderation aus dem livländischen Zweig des Deutschen Ordens, dem Erzstift Riga, den Fürstbistümern Kurland, Dorpat und Ösel-Wieck sowie der Stadt Riga; die einzige gemeinsame Institution dieser Föderation war der livländische Landtag." (Rabe: Reich und Glaubensspaltung, S. 306) Das reformierte Livland stand innen- und außenpolitisch also wenig gefestigt da und sah sich in seiner geografischen Lage zwischen Polen und Russland dauerhaft bedroht und ging daher verschiedene Bündnisse mit beiden Mächten ein.
Ein Vertrag mit Polen, der einem zuvor geschlossenen Vertrag mit Russland zuwiderlief, führte zu Ivans Einmarsch. Bis 1560 hatte Ivan große Teile Livlands eingenommen und eine Schreckensherrschaft errichtet. Hilferufe Livlands an die "alten" Partner im Heiligen Römischen Reich fanden zwar Resonanz, aber politisch oder militärisch trat Livland niemand zur Seite.
Insgesamt brachte das Vorgehen Ivans "die gesamte Ostseewelt in Bewegung und führte zu einer sich über sechs Jahrzehnte hinziehenden Auseinandersetzung, in der sich politische, wirtschaftliche und religiöse Interessen eng verknüpften." Beteiligt an diesen Konflikten um das Baltikum waren Russland, Dänemark, Schweden und Polen. Hierzu gehörte auch der so genannte Dreikronenkrieg von 1563-1570.
1559–1565: Papst Pius IV. (Lebensdaten: 1499-1565)
1561: Die "Confessio Belgica" des Guido de Bray (Guy de Brès) und die Reformation in den Niederlanden mehr Philipp II. von Spanien, der seit 1555 die Herrschaft in den Niederlanden übernommen hatte, wandte sich scharf gegen die reformatorischen Bewegungen in den Niederlanden, gegen Lutheraner, Täufer und die seit den 1540er Jahren stärker werdenden Calvinisten. Ihr bedeutendster Vertreter war Guido de Bray, der 1561 die bedeutende Schrift "Confessio Belgica" verfasste.
Gegen die religiöse Opposition und gegen Aufständische des niederen Adels ging Philipp und sein Generalbevollmächtigter Herzog Alba mit Gewalt vor. Viele Reformierte mussten flüchten. Gegen diese Vorgehensweise wuchs der Widerstand, an dessen Spitze sich der Calvinist Wilhelm von Nassau-Oranien positionierte. Einige katholische Provinzen schlossen sich zusammen (Union von Arras), die Reformierten formierten sich zur "Utrechter Union". Die Niederlande spaltete sich zunächst in einen calvinistischen Norden und einen katholischen Süden. 1584 erklärte sich der Norden für unabhängig.
1561: Friedrich III. von der Pfalz wird erster calvinistischer Fürst
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Nachdem seine Bemühungen um die Einheit des Protestantismus auf dem Naumburger Fürstentag gescheitert waren, nahm Friedrich III., seit 1559 Kurfürst, das reformierte Bekenntnis an: Die Pfalz, vormals lutherisch, wurde calvinistisch. Trotzdem blieb er dem Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) Melanchthons verbunden und übernahm daher nicht den Genfer Katechismus. Ein eigenes Werk sollte her, der "heidelberger Katechismus", verfasst von Zacharias Ursinus.
1562-1792: Frankfurter Dom Krönungsort der deutschen Könige und Römisch-deutschen Kaiser
1563: Der "Heidelberger Katechismus" erscheint mehr Friedrich III. von der Pfalz war zunächst Lutheraner, begeisterte sich allerdings zunehmend für die reformierte (d.h. calvinistische) Lehre. Er gab den Auftrag an Zacharias Ursinus (1534-1583), einen Katechismus zu verfassen, weil die Übernahme des Genfer Katechismus die Abspaltung vom Augsburger Bekenntnis bedeutet hätte. Der Heidelberger Katechismus systematisierte in 129 Fragen die Glaubenslehre - der Schweizer Einfluss war kaum zu übersehen.
1563: Beginn der Gegenreformation mehr Der Abschluss des Konzils von Trient im Jahre 1563 kennzeichnet allgemein den Beginn der Gegenreformation, also der Rekatholisierungsmaßnahmen. Sie gingen einher mit den Formierungen der lutherischen und reformierten Kirchenbildungen.
1563-64: Ortenburger Adelsverschwörung
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Einige bayerische Adelige ersuchten, unter der Führung des Grafen Joachim von Ortenburg, um Zulassung der Confessio Augustana: Das lutherische Glaubensbekenntnis sollte in ihren Territoien eingeführt werden. Der bayerische Herzog Albrecht V. wandte sich dagegen. Trotzdem führte Joachim die Reformation durch. Eine Abriegelung der Wege nach Ortenburg als auch eine Anklage zahlreicher bayerischer Fürsten wegen Hochverrats brachte zunächst etwas Ruhe und die Abwehr reformatorischen Strebens in die Angelegenheit, doch schwelte der Konflikt noch lange weiter.
1563-1570: Dreikronenkrieg oder Nordischer Siebenjähriger Krieg
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Polen, Schweden und Dänemark wollten dem russischen Zaren nicht das gesamte Baltikum kampflos überlassen, sondern suchten Gelegenheiten, sich selbst einzelne Teile des Baltikums anzueignen - wobei es immer auch um die Ostsee ging: um Zugänge und Häfen zur Ostsee, um strategisch wichtige Punkte für Handels- und militärische Macht. Dänemark, Lübeck und Polen stellten sich in diesem Krieg in mehreren Seeschlachten gegen Schweden. Der Krieg endete mit dem Frieden von Stettin
1566–1572: Papst Pius V. (Lebensdaten: 1504-1572)
1567: Teilung Hessens
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Nach dem Tod Philipps I. (auch "der Großmütige" genannt) wurde die Landgrafschaft Hessen unter seinen vier Söhnen aufgeteilt. Fortan gab es Hessen-Kassel, Hessen-Dramstadt, Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels. Rheinfels wurde 1583 wieder den anderen drei Grafen zugesprochen, nachdem 1583 Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels kinderlos verstarb. Den Hauptteil erhielt Hessen-Kassel. Auch Hessen-Marburg wurde später wieder aufgeteilt - nach dem Tode Ludwig IV. im Jahre 1604, der ebenfalls keine Nachkommen besaß. Bedingung für das Erbe war allerdings, dass die lutherische Konfession hier erhalten bliebe. Dies führte zu Zwistigkeiten zwischen den weiteren Erben, nachdem Landgraf Moritz von Hessen-Kassel 1605 zum Calvinismus übergetreten war.
1568/1571: Weseler Konvent und Emder Synode
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Am Niederrhein, wo sich schon 1545 die ersten calvinistischen Gemeinden gebildet hatten, wuchs die Zahl der Anhänger stetig an. 1568 wollten sie sich schließlich eine "Ordnung" geben, die das Gemeindeleben organisieren sollte. Bestätigt wurden die Richtlinien 1571 auf der Emder Synode: Das Laienamt wurde gestärkt, ein Konsistorium, das aus Predigern, Ältesten und Diakonen bestand, sollte wöchentlich zusammenkommen. Es gab Gemeinden, mehrere Gemeinden bildeten eine Klasse und diese Klassen sollten viertel- oder halbjährlich ein Konvent abhalten. (Iserloh, Geschichte und Theologie, 1980, S. 157)
1568-1648: Achtzigjähriger Krieg
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Er begann mit der Schlacht bei Heiligerlee (Provinz Groningen) und endete mit dem Westfälischen Frieden: der Achtzigjährige Krieg. Unterbrochen von einem 12-jährigen Waffenstillstand (1609-21) drehte sich der Konflikt um die Unabhängigkeit der Niederlande von Spanien. Nachdem 1556 Kaiser Karl V. auf den spanischen Thron verzichtete, wurde sein Sohn Philipp spanischer König. Von Beginn an ging er massiv gegen die Reformation, speziell gegen den Calvinismnus, in den Niederlanden vor. Unter anderem bestimmte er Herzog Alba zum niederländischen Generalbevollmächtigten, dessen "Rat der Unruhen" mit großer Gewalt die Aufständischen. Viele Calvinisten (auch Reformierte genannt) flohen. Am Ende der vielen kleinen Kämpfe und Aufstände stand die Unabhängigkeit der Niederlande auch vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.
1570: Beginn der "Kleinen Eiszeit" mehr Unter der "Kleinen Eiszeit" wird ein Klimaumschwung verstanden, der um 1570 einsetzte und wirtschaftliche Krisen nach sich zog: die Ernteerträge wurden geringer, das Getreide verteuerte sich. Da gleichzeitig noch bis etwa 1620 die Bevölkerungszahlen weiter anstiegen, verarmten große Teile der Gesellschaft, viele mussten hungern.
1570: Geistlicher Rat in München
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Regelten in protestantischen Ländern die Kirchenordnungen das kirchliche und schulische "Leben", so setzten die katholischen Fürsten ab 1570 einen Geistlichen Rat ein. Der Geistliche Rat war eine Kirchenbehörde, die 1570 zunächst in München, in den Folgejahren von anderen katholischen Fürsten und Territorien installiert wurde.
1570: Erstes Lehrbuch der Landwirtschaft von Konrad Heresbach
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Landwirtschaftliche Fachliteratur gab es bis weit in das 16. Jahrhundert hinein fast nur in Form von Übersetzungen antiker Autoren. Ein erstes Fachbuch, das die Landwirtschaft der "Gegenwart" und des eigenen Landes beschrieb, war Konrad Heresbachs "Rei rusticae libri quatuor". Zwar "nach antikem Vorbild in kunstvoller Dialogform" verfasst, beinhaltet es u.a. "interessante Schilderungen rheinischer Landwirtschaft". (Schröder-Lembke: Zwei frühe deutsche Landwirtschaftsschriften, 1965, S. 2).
1570: Abraham Ortelius: Theatrum Orbis Terrarum
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Das Buch "Theatrum Orbis Terrarum" gilt als die erste Veröffentlichung eines Atlas, wenn auch der Verfasser Abraham Ortelius (auch Örtel oder Hortel, 1527-1590) den Begriff "Atlas" noch nicht gebrauchte. Sein Theatrum Orbis Terrarum war eine Kartenmsammlung in Buchform - zunächst mit Kupferstichkarten, die vornehmlich von Frans Hogenberg (1535-1590) stammten.
1572–1585: Papst Gregor XIII. (Lebensdaten: 1502-1585)
1573: Joachim Strupp von Gelnhausen: Nützliche Reformationen zu guter Gesundheit und Christlicher Ordnung
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Joachim Strupps Werk "Nützliche Reformationen" gilt als eines der ersten Bücher, die die Wichtigkeit der "Sozialhygiene" hervorhoben: Das Reinigen der Straßen, ordentliche Begräbnisse, die Entsorgung der Ausscheidungen, das Entfernen von Tieren aus den städtischen "Kernbereichen" sollten vornehmlich die Luft reinhalten, die mehr und mehr als Hauptursache von schweren Krankheiten wie die Pest angesehen wurde. (S. Manuel Frey: Der reinliche Bürger, S. 83)
1575: Gründung der Universität Leiden durch Wilhelm I. von Nassau-Dillenburg
1576: Jean Bodin: Les six livres de la République (Sechs Bücher über das Staatswesen)
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1576 erschien das bekannteste Werk des französischen Juristen und Staatstheoretikers Jean Bodin. Darin erhebt er die Monarchie zum Ideal für einen Staat. Der König sollte die oberste, souveräne Gewalt darstellen, die niemandem verantwortlich seien sollte. "Die Souveränität wurde fortan zur Voraussetzung einer völkerrechtlichen Anerkennung der Staaten untereinender." (Burkhardt, 1985, S. 187). Die Macht der Stände wäre damit eingeschränkt.
1576–1612: Kaiser Rudolf II. (Lebensdaten: 1552-1612)
1577: Komet
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Im November 1577 wurde am Himmel ein gut sichtbarer Komet beobachtet. Kometen galten in der Frühen Neuzeit als Vorboten (oft schlechter) Geschehnisse. Berühmt wurde der Komet v.a. durch die Schilderung und Erklärung Tycho Brahes, einem dänischen Astronomen.
1579: Union von Arras / Utrechter Union / Teilung der Niederlande
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In den Niederlanden entwickelte sich eine immer größer werdende Opposition zur spanischen Herrschaft unter Philipp II. An die Spitze des Freiheitskampfes setzte sich der Calvinist Wilhelm von Nassau-Oranien. Alle Provinzen einigten sich 1576 in der Genter Pazifikation, dass die Spanier vertrieben werden sollten. Letztendlich machten jedoch die katholischen Provinzen einen Rückzieher und schlossen sich zum Schutze ihres Glaubens zur Union von Arras zusammen und erkannten Philipp II. von Spanien als rechtmäßigen Herrscher an. Im Gegenzug verkündeten die reformierten Provinzen die Utrechter Union. Die Niederlande waren fortan infolge dieser religiösen und politischen Gegensätze zweigeteilt.
1580: Michel de Montaigne: Essais
mehr 1580 veröffentlichte der französische Schriftsteller und Philosoph Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592) seine Hauptschrift, die "Essais". Mit seinen subjektiven und locker geschriebenen Reflexionen über Philosophie, Pädagogik, Psychologie, Literatur, Politik u.a. schuf er ein neues literarisches Genre: den Essay. In den folgenden Jahren erweiterte er sein Werk noch.

1582: Einführung des Gregorianischen Kalenders
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Am 24. Februar 1582 verkündete Papst Gregor XIII. (1502-1585) mit seiner Bulle "Inter gravissimas" eine Kalenderreform. Sie war vonnöten geworden, da nach dem bis dahin gültigen julianischen (nach Julius Cäsar) Kalender das Jahr 365 Tage und 6 Stunden dauerte, nach neueren Berechnungen hingegen über 11 Minuten länger. Die Kalenderreform sah daher einen Nachholbedarf von 10 vollen Tagen: Nach dem 4. sollte direkt der 15. Oktober 1582 folgen, was in den katholischen Territorien des Reiches und den katholischen Staaten Italien, Spanien, Portugal und Frankreich umgesetzt wurde.
Die evangelischen Länder hingegen blieben noch lange beim alten Kalender. Um zudem künftige Ungenauigkeiten zu vermeiden, sah die Kalenderreform zudem eine recht komplizierte Regelung der Schaltjahre vor, die bis heute gilt: Weiterhin gab es, wie schon im julianischen Kalender, alle vier Jahre ein Schaltjahr, nicht jedoch, und das war neu, in den Jahren, die nicht durch 400 teilbar sind: 1700, 1800, 1900, 2100 etc.
1582: Gründung der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg
1582: Gründung der Kamillianer-Gemeinschaft (später Kamillianer-Orden)
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1582 gründete ein Laienbruder der Kapuziner, Camillo de Lellis (1550-1614) die Gemeinschaft der Kamillianer. Im gleichen Jahr begann er zudem ein Lateinstudium bei den Jesuiten und wurde 1584 zum Priester geweiht. Zwei Jahre darauf wurde seine Gemeinschaft, die sich vornehmlich der Krankenpflege und -seelsorge widmete, von Papst Sixtus V. anerkannt, 1591 schließlich von Gregor XIV. zum Bettelorden ernannt. Der Orden besteht heute noch.
1583: Kölnischer Krieg (auch Truchsessischer Krieg) mehr
Der streng katholische Kölner Erzbischof Gebhard Truchseß von Waldburg (1547-1601) hatte ein Liebesverhältnis mit einer Stiftsdame, wurde zur Heirat gedrängt und nahm 1582 die evangelische Konfession an. Er strebte daraufhin ein säkularisiertes Köln an. Papst Gregor XIII. erklärte Truchseß für abgesetzt, dieser aber erkannte dies nicht an. Der Kölnische Krieg war die Folge: Vom kölnischen Herzogtum Westfalen aus agierend, fand Truchseß in adeligen Landständen und einigen Städten Unterstützung, wurde schließlich aber von bayerischen Truppen aus Westfalen vertrieben. Er starb 1601 in Straßburg. Sein Nachfolger in Köln wurde Ernst von Bayern.
1585: Gründung der Frankfurter Börse
1585-1590: Papst Sixtus V. (Lebensdaten: 1521-1590)
1589: Peter Binsfeld: Hexentraktat
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1589 wurde eines der einflussreichsten Hexentraktate der Frühen Neuzeit veröffentlicht: Peter Binsfelds "Tractatus de confessionibus maleficorum et sagarum, & auctior redditus. An, & quanta fides ijs abhibenda sit?" Der Traktat "lieferte das theoretische Fundament für härteste Verfolgung", indem er "genau die Fragfen (behandelte), die zur Legitimation der Verfolgung notwendig waren." So sollte bereits eine Denunziation ausreichen, um jemanden als Hexe oder Hexer anzuklagen und zu verhören (oder besser: zu foltern).
1590: Papst Urban VII. (Lebensdaten: 1521-1590), Papst für 12 Tage, vom 15. bis zum 27. September
um 1590: Erste der drei Wellen der Hexenverfolgung mehr Für den deutschen Raum lassen sich drei große Verfolgungswellen ausmachen: um 1590, wobei die Spanne von 1585 bis 1595 reicht; um 1630, relativ kurz und heftig; um 1660, hier mit der größten zeitlichen Spanne: 15 Jahre von Anfang der 50er bis Ende der 60er Jahre. (Schormann, 1996, S. 52 ff.)
1590-1591: Papst Gregor XIV. (Lebensdaten: 1535-1591)

1591: Papst Innozenz IX. (Lebensdaten: 1519-1591, Papst für zwei Monate, 29. Oktober bis 30. Dezember
1592-1605: Papst Clemens VIII. (Lebensdaten: 1536-1605)
1593-1606: Türkenkrieg
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Der große oder lange Türkenkrieg war ein Krieg zwischen den Habsburgern und dem Osmanischen Reich. Er entzündete sich aus kleineren Kämpfen im kroatischen Grenzgebiet. In den ersten Jahren (bis 1600) gab es mehrere Offensiven beider Seiten, in den Folgejahren waren eher kleinere Gefechte und Festungsbelagerungen für den Krieg chrakteristisch. Der Krieg endete schließlich mit dem Frieden von Zsitvatorok im Jahre 1606, der keiner Seite großartige territoriale Gewinne zugestand, allerdings als Wendepunkt in den Beziehungen der Beziehungen zu den Osmanen angesehen wird: Der König wurde vom Sultan "als gleichberechtigter Herrscher" anerkannt. (Kohler: Das Reich im Kampf um die Hegemonie in Europa 1521-1648, 1990, S. 28f.) Unter den Habsburgern allerdings war der Friedensschluss umstritten.
1594: Collegium Illustre - die erste deutsche Ritterakademie
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1594 öffnete in Tübingen die erste deutsche Ritterakademie ihre Pforten. Hier sollten junge Adelige "unter hofähnlichen Bedingungen" die ihnen gebührende Erziehung und Bildung erhalten: Fechten, Reiten, Tanzen, aber auch Geschichte, Politik, Latein und Rechtswissenschaften. (Hammerstein, Bildung und Wissenschaft, 2003, S. 46)
1594-1597: Bauernaufstände im Erzherzogtum Österreich
1595: "Emder Revolution"
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Der Begriff "Emder Revolution" umschreibt einen Konflikt zwischen Edzard II. (1532-1599), Graf von Ostfriesland, und den Bürgern von Emden, der sich an der Steuerpolitik des Grafen entzündete. Vorangegangen waren allerdings auch Konfessionsdifferenzen: Edzards Bruder, Graf Johann, war, aufgrund einer Erbschaftsregelung ihrer Mutter, bis zu seinem Tode 1591 Mitherrscher über Ostfriesland - und calvinistisch sowie sehr beliebt bei der Stadtbevölkerung.
Nachfolgend profilierte sich der calvinistische Prediger Menso Alting (1541-1612) zum Gegenspieler des lutherischen Edzard. Alting nutzte die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Steuererhöhungen des Grafen aus, so dass Edzard gar den Kaiser um Hilfe bittet. Die Bürger setzten den Bürgermeister ab und stürmten die Burg des Grafen. Dieser verlegt seinen Amtssitz daraufhin nach Aurich. Später nahmen die Emder Bürger zudem noch die Hilfe niederländischer Truppen in Anspruch. Ein Vertrag zwischen Edzard, den Ständen und der Stadt (Vertrag von Delfzijl) sollte zumindest für einige Jahre für Beruhigung sorgen: Emden konnte etliche Rechte gegenüber Edzard geltend machen, wurde bis auf die hohe Gerichtsbarkeit nahezu unabhängig.
Ob man aufgrund dieser Vorkommnisse tatsächlich von einer Revolution sprechen kann, wird in der Forschungsliteratur vielfach bestritten.
1597: Anton Prätorius: "Von Zauberey vnd Zauberern Gründlicher Bericht"
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1597 veröffentlichte Anton Prätorius unter dem Pseudonym Johannes Sculteus seine Schrift gegen die Hexenverfolgung.
1598: Schlacht von Stangebro
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Schon viele Jahre schwelte der Konflikt zwischen zwischen dem protestantischen Teil der Wasa-Dynastie in Schweden und dem katholischen im Königreich Polen. Nach einer Mitte des 16. Jahrhunderts festgelegten Regelung sollten beide Länder faktisch unabhängig sein; Schweden wurde zudem Religionsfreiheit zugesichert. Als Sigismund III., König von Polen seit 1587, 1592 auch die Herrschaft (in Personalunion) in Schweden übernahm, leitete er Maßnahmen zur Rekatholisierung Schwedens ein. Unter Herzog Karl von Södermanland (1550-1611), einem Sohn Gustavs I. (1496-1560), formierte sich eine starke Opposition und es kam zur Schlacht von Stangebro. Sigismund wurde abgesetzt, Karl als Karl IX. zum König gewählt. Zukünftig sollte zudem jegliche Personalunion ausgeschlossen werden sowie Katholiken der schwedische Thron verwehrt sein.
1598: Edikt von Nantes (Toleranzedikt)
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Mit dem Edikt von Nantes sicherte der französische König Heinrich IV. den französischen Reformierten (Calvinisten), den so genannten Hugenotten, die Gewissensfreiheit zu. Bis auf Paris und den königlichen Hof durften sie überall ihre Religion ausüben sowie politische Ämter annehmen. Dieses Edikt setzte den Verfolgungen der Hugenotten und den daruas resultierenden Konflikten und Kriegen ein Ende. Es behielt bis 1685 Gültigkeit, als Ludwig XIV. das Edikt aufhob.
1599: Geraer Hausvertrag
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Der Geraer Hausvertrag regelte die Erbfolge Brandenburgs. Der Vertrag zwischen dem Kurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg (1546-1608) und dem Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach sah die Unteilbarkeit Brandenburgs vor und hob damit das Testament des verstorbenen Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg (1525-1598) auf, der einzelne Teile des Landes unter seinen Nachkommen aufteilen wollte - und damit gegen die sogenannten "Dispositio Achillea", ein Hausgesetz von 1473.
17. Jahrhundert I 18. Jahrhundert
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