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| Zeitleiste der Frühen Neuzeit: 17. Jahrhundert |
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um 1600 Vierklösterstreit mehr Der Vierklösterstreit war ein Rechtsstreit um die Säkularisation von 4 Klöstern: das Kloster Christgarten in der Grafschaft Öttingen, das Kloster Frauenalb in der Markgrafschaft Baden-Durlach, das Kloster Maria Magdalena in der Reichsstadt Straßburg, sowie ein Karmeliterkloster in dem Gebiet der Ritter von Hirschhorn. 1600: Hinrichtung Giordano Brunos mehr Giordano Phillipo Bruno (1548-1600), der bereits mit 17 Jahren dem Domninikanerorden beitrat, wurde mehrmals der Ketzerei verdächtigt: Er zweifelte das Dogma der Dreieinigkeit an, lehrte die Unendlichkeit des Universums in Raum und Zeit (und stellte sich damit dgegen einen einmaligen Schöpfungsakt) und vertrat Gedanken des Pantheismus, wonach Gott und Natur identisch seien. 1600: Girolamo Fabrizio: De formatu foetu mehr Der Anatom Girolamo Fabrizio (oder Hieronymus Fabricio ab Aquapendente, 1537-1619) lehrte in Padua. U.a. sorgten seine embryologischen Forschungen für Aufsehen, die er in seinem Buch "De formato foetu" in Wort und Bild darlegte. Fabrizio war im übrigen der Lehrer von William Harvey, der als erster den großen Blutkreislauf beschrieb.
ab 1600 bis ca. 1660: Schwedisch-polnischer Krieg mehr Der schwelende Konflikt zwischen den protestantischen Schweden und den katholischen Polen (s. Schlacht von Stangebro, 1598) führte bis über die Mitte des 17. Jahrhunderts hinaus immer wieder zu Kriegen und Konflikten. Als der polnische König Sigismund III. (1598 als schwedischer König in Personalunion abgesetzt) Estland Polen zusprach, griffen der schwedische König Karl IX. und nach seinem Tod sein Sohn und Nachfolger gustav II. Adolf ein. Schweden schaffte es, auch durch Kriegsgewinne gegen Russland (Krieg von 1609-1617), bis 1621 fast das gesamte Baltikum unter seine Herrschaft zu bekommen - und suchte sich weitere Ostseehäfen und Flussmündungen an der Ostsee (Kurland, Preußen, Polen) anzueignen. 1600-1750: Musikepoche: Barock mehr Auf die sogenannte Musik der Renaissance, worunter die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts verstanden wird, folgte das Barock. In der Musikwissenschaft kennzeichnet der Barockstil gewöhnlich die Zeit zwischen den Werken Claudio Monteverdis (um 1600) bis zum Tode Johann Sebastian Bachs (1750). Meist wird die musikalische Epoche in drei Abschnitte unterteilt: Früh- (bis 1650), Hoch- (1650-1710) und Spätbarock (ab 1710), wobei zunächst italienische, später französische Einflüsse "den Ton" vorgaben. 1601: Regensburger Religionsgespräch mehr Bereits 1541 und 1546 fanden in Regensburg sogenannte Religionsgespräche statt, die Annäherungen zwischen der lutherischen und der katholischen Seite schaffen sollten. Initiiert wurden die Gespräche im Jahre 1601 von Herzog Maximilian von Bayern und Herzog Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg. Wie schon die Treffen zuvor scheiterte das Vorhaben - dieses Mal an der Polemik beider Seiten. 1604: Johannes Kepler und die Supernova (Keplers Stern) mehr 1604 wird der Astronom Johannes Kepler durch einen Prager Beamten, Johannes Brunowsky, auf einen hellen Stern im Sternbild des Schlangenträgers aufmerksam gemacht. Kepler untersuchte die Lage und Beschaffenheit des neuen Sterns mit den Mitteln der damaligen Zeit und hielt dies zunächst in einer deutschsprachigen Schrift fest, zwei Jahre später ausführlicher in einem lateinischen Werk. Heute weiß man, dass es sich bei dem "neuen Stern" um eine Supernova handelte, also einer hellen Lichterscheinung, die entsteht, wenn ein Stern kurz vor seinem Erlöschen durch die Explosion, die diesem gewöhnlich vorangeht, noch einmal kräftig aufleuchtet.
1605: Papst Leo XI. (Lebensdaten: 1535-1605), Papst vom 1. bis zum 27. April (26 Tage) 1605: Calvinismus in Lippe und der Röhrentruper Rezess mehr Bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts entschied sich Graf Simon von Lippe (1554-1618) für den Calvinismus, traf allerdings z.T. auf erbitterten Widerstand der Lutheraner. Fast überall setzte sich Graf Simon durch, lediglich Lemgo blieb lutherisch. Nach jahrelangen Streitigkeiten wurde erst 1617 ein Übereinkommen zwischen Simon und Lemgo geschlossen (der sogenannte Röhrentruper Rezess), nach dem die Stadt lutherisch bleiben durfte. 1605-1621: Papst Paul V. (Lebensdaten: 1552-1621) 1606: Erster freistehender Theaterbau in Deutschland fertiggestellt ("Ottoneum", Kassel) 1606: Rudolf II. und Erzherzog Matthias - Bruderzwist im Hause Habsburg mehr Schon seit etlichen Jahren schwelte der Streit zwischen den Brüdern Rudolf (Kaiser) und Matthias (Erzherzog und Nachfolger Rudolfs als Kaiser). Kaiser Rudolf II. hatte den kaiserlichen Hof von Wien nach Prag verlegt und zeigte sich in der Folge "weltabgewandt, und schließlich geisteskrank" (Heimann, 2001, S. 64). Der energische Matthias ließ sich daraufhin 1606 zum Oberhaupt des Habsburger Hauses erklären und nahm damit eine familien-rechtlich höhere Stellung ein als der Kaiser. In den Folgejahren musste Rudolf immer mehr Macht und an seinen Bruder abtreten und starb schließlich ohne Macht Anfang des Jahres 1612. 1606-1608: Streit um die Reichsstadt Donauwörth, Reichsacht und Regensburger Reichstag mehr Donauwörth war eine der Reichsstädte mit konfessionell gemischter Bevölkerung. Laut dem Augsburger Religionsfrieden sollten in solchen Städten beide Konfessionen ihre Religion "ausleben" dürfen. Die protestantische Mehrheit in Donauwörth suchte die Rechte der katholischen Minderheit einzuschränken: Eine katholische Prozession sollte verboten werden. Der eingeschaltete Reichshofrat stellte sich auf die Seite der Katholiken, doch die protestantische Seite ging weiterhin mit Gewalt gegen die Prozession vor. Kaiser Rudolf II. verhängte daraufhin die Reichsacht gegen die Stadt und beauftraget Maximilien von Bayern, die Acht durchzusetzen. Dagegen wiederum wehrten sich die Protestanten, da sie die Stadt zum Schwäbischen Reichskreis unter dem evangelischen Herzog von Württemberg zählten. Die bayerischen Truppenm besetzten trotzdem die Stadt und begannen mit der Rekatholisierung. Die Fronten zwischen Katholiken und Protestanten verhärteten sich, der folgende Reichstag zu Regensburg löste sich unter diesem Druck ohne Beschlüsse wieder auf. 1607: Mannheim erhält von Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz die Stadtrechte 1607: Gründung der Ludwigsuniversität (Ludoviciana, heute Justus-Liebig-Universität) durch Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt 1608: Bildung der protestantischen Union mehr Nach den Streitigkeiten über Donauwörth und auf dem Reichstag in Regensburg bildeten die Protestanten die Union. Ihr gehörten zunächst die Kurpfalz, Württemberg, Baden-Durlach, Ansbach und Bayreuth an, später kamen noch Hessen-Kassel, Brandenburg, Pfalz-Zweibrücken und 17 oberdeutsche Städte hinzu. Unter der Leitung des Reformierten Friedrich V. von der Pfalz wollte das Bündnis der katholischen Auslegung der Reichsverfassung entgegentreten. Die Union löste sich 1621 wieder auf. 1608: Hans Lipperhey: Erstes Fernrohr mehr Der in Wesel geborene Brillenmacher Hans Lipperhey (ca. 1570-1619) erfand 1608 das erste Fernrohr - so zumindest lautet die Meinung neuerer Forscher, denn in dieser Zeit gab es mehrere Personen, die Ähnliches von sich behaupteten. 1609: Gründung der katholischen Liga mehr Als Gegenstück zur protestantischen Union gründeten katholische Reichsstände die Liga. Der Herzog Maximilian von Bayern stand an der Spitze des Bündnisses. Die Liga löste sich 1635 mit dem Frieden von Prag wieder auf. 1609: Franz von Sales: Philothea - Anleitung zum frommen Leben mehr 1609 veröffentlichte der Fürstbischof von Genf und Ordensgründer Franz von Sales (1567-1622) die bekannte Schrift Philothea. Darin beschreibt er Lehren und Übungen, wie man sich Gott nähern kann, Versuchungen widersteht und seine Seele "erneuert".
1609: Majestätsbrief Rudolfs II. mehr Rudolf II. versuchte im Kampf um die Vorherrschaft gegen seinen Bruder Matthias seine politische Stellung in Böhmen noch einmal zu stärken. Mit seinem Majestätsbrief sicherte er allen drei Ständen in Böhmen die Religionsfreiheit sowie ständische Privilegien zu.
1609-1614: Jülisch-klevischer Erbfolgekrieg mehr Als Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg im Jahre 1609 ohne leibliche Erben starb, stellte sich die Frage, wer seine Nachfolge antreten sollte. Es ging dabei um ein politisch wichtiges Territorium: die Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg sowie die westfälischen Grafschaften Mark und Ravensberg. 1610: Galileo Galilei und Simon Marius entdecken vier Monde des Jupiter mehr 1610 erkannten der italienischer Mathematiker, Physiker und Astronom Galileo Galilei (1564-1642) und der deutsche Mathematiker, Arzt und Astronom Simon Marius (1573-1624) als erste und fast zeitgleich, dass sich nicht alle Planeten um die Erde drehen: Entdeckt hatten Galilei und Marius, wie man heute weiß, die vier größten Satelliten des Planeten Jupiter. Damit begann das geozentrische Weltbild endgültig zu wanken, wonach die Erde den Mittelpunkt darstellt, um den sich alles dreht.
1612–1619: Kaiser Matthias (Lebensdaten: 1557-1619) 1618: Prager Fenstersturz mehr Utraquisten, Böhmische Brüder, Calvinisten, Lutheraner und Katholiken - diese 5 größeren Konfessionen existierten zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Böhmen. Ihnen hatte Kaiser Rudolf II. im Jahre 1609 die freie Religionsausübung zugesichert (Majestätsbrief), um seine Position gegenüber der Stellung seines Bruders Matthias zu stärken. Und auch Matthias, nach Rudolfs Tod im Jahre 1612 Kaiser, machte Zugeständnisse an die böhmischen Stände: So erlaubte er den Protestanten beispielsweise den Bau von Kirchen. Und genau wegen des Baus einer evangelischen Kirche auf einem katholischen Grundstück entbrannte ein Streit zwischen Protestanten und Katholiken. Die Kirche musste wieder abgerissen werden. 1613: Thüringer Sintflut mehr Große Teile Thüringens werden durch Hochwasser überflutet: Heftige Gewitter mit Hagelschauern ließen die Wasser vieler Flüsse dramatisch ansteigen. Viele Menschen verloren ihr Zuhause und verloren ihr Nutzvieh. 1614: Fettmilch-Aufstand mehr Unter dem Fettmilch-Aufstand wird ein Bürgeraufstand von Frankfurter Bürger unter der Führung des Bäckers Vinzenz Fettmilch verstanden: Sie stürmten das Rathaus in Frankfurt a.M., setzten den bestehenden Rat ab und errichteten ein eigenes Regiment. Der Aufstand entzündete sich daran, dass der Rat nach Meinung der Aufständischen nicht konsequent genug gegen die Juden vorging, die ihrer Meinung nach Wucherer waren und daher vertrieben werden sollten. Nach der Eroberung des Rathauses machten sich die aufständischen Bürger an die Erstürmung des Ghettos, vertreiben die Juden aus Frankfurt und plünderten deren Häuser. Kaiser Matthias verhängte allerdings die Acht über Fettmilch und seine engsten Vertrauten. Sie wurden festgenommen und hingerichtet. Die vertribenen Juden kehrten zurück. 1614: Gründung der Universität Groningen, eine der ältesten niderländischen Universitäten 1614, 1615 und 1616: Schriften der Rosenkreuzer mehr Drei Schriften erschienen in diesen Jahren, die als Beginn und Manifeste der Rosenkreuzer-Bewegung angesehen werden können: "Fama Fraternitatis" (1614), "Confessio fraternitatis R.C., Ad Eruditos Europae" (1615) und "Chymische Hochzeit Christiani Rosenkreutz, Anno 1459" (1616). Als Autor oder zumindest als Mitautor dieser Schriften gilt der evangelische Theologe Johann Valentin Andreae (1586-1654).
1615: Hexenverfolgung in Leonberg mehr Der Leonberger Vogt Lutherus Einhorn klagte in seiner Amtszeit (1613-1629) 15 Frauen wegen Hexerei an, von denen acht zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Weite Teile der Bevölkerung und die Leonberger Stadtobrigkeit unterstützten ihn dabei. Auch gegen die Mutter des Astronomen Johannes Kepler, Katharina Kepler, erhob er Anklage. Sie wurde jedoch freigesprochen. 1617: Gründung der Fruchtbringenden Gesellschaft (lt. societas fructifera), auch Palmenorden genannt mehr Im August 1617 gründeten Familienmitglieder und Freunde beim Trauermahl zum Begräbnis von Herzogin Dorothea Maria von Sachsen-Weimar die Fruchtbringende Gesellschaft. Im Vordergrund stand die Reinhaltung der deutschen Sprache über alle Konfessionen und Stände hinweg, doch stellten auch Eintracht und Einigkeit in Kultur und Konfession wichtige Ziele dar. 1618: Dordrechter Synode mehr Die Dordrechter Synode war eine Nationalsynode der reformierten Kirchen in den Niederlanden, eine nationale Zusammenkunft, die zur Klärung theologischer Streitigkeiten einberufen wurde. Die zwistigkeiten bestanden v.a. in der unterschiedlichen Auslegung der Prädestination, der Vorherbestimmung. Dabei standen sich die sogenannten Remonstranten oder Arminianer (nach dem Leidener Professor Jacobus Arminius benannt), die eine weniger "strenge" Auffassung vertraten, den Contreremonstranten gegenüber, die in fünf Dordrechter Artikeln den freieren Auffassungen der Arminianer entgegentraten. 1618-1648: Dreißigjähriger Krieg: Übersicht mehr Der Dreißigjährige Krieg durchlief, grob gesprochen, vier Phasen: 1618-1623: Dreißigjähriger Krieg: Böhmisch-Pfälzischer Krieg / Confoederatio Bohemica / Schlacht am Weißen Berg mehr Nachdem die rebellierenden Stände die Macht in Böhmen übernommen hatten, stellten sie auch ein Herr auf und gaben sich sich eine Verfassung (Konföderationsakte vom 31. Juli 1619). Sie setzten Ferdinand ab und den calvinistischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz als neuen König ein. Mit den oppositionellen Ständen Nieder- und Oberösterreichs verbündeten sie sich, woraufhin der gerade gewählte Kaiser Ferdinand Bündnisse mit Bayern und Sachsen schloss. Die protestantische Union erklärte sich neutral, so dass Friedrich V. - ohne Bundesgenossen - nahezu chancenlos der Armee des bayerischen Herzogs und eines kasierlichen Kontingents entgegentrat. Und so kam es bei der folgenden Schlacht am Weißen Berg (1620) vor den Toren Prags zu einem entscheidenden Sieg der kaiserlich-katholischen Seite. 1619: Gründung der Hamburger Bank 1619–1637: Kaiser Ferdinand II. (Lebensdaten: 1578-1637) 1620-1621: Krieg zwischen den Osmanen und Polen mehr In diesem Konflikt ging es um Siebenbürgen und die Gebiete an der Moldau. Der Krieg bracht für keine Seite Gewinne.
1621-1623: Papst Gregor XV. (Lebensdaten: 1554-1623) 1622: Gründung der Universität Salzburg 1623-1629: Dreißigjähriger Krieg: Dänisch-niedersächsischer Krieg / Wallenstein / Friede von Lübeck mehr Nachdem der Konflikt in Böhmen mitsamt seinen Folgen zugunsten der kaiserlich-katholischen Seite beendet war, drangen die Ligaheere weiter Richtung Norddeutschland vor, teilweise griffen sie auf norddeutsches Gebiet. Dies veranlasste den Christian IV., lutherischer König von Dänemark und Herzog von Holstein, sich in den Krieg einzumischen. Seine Truppen wurden allerdings mehrfach von Graf von Tilly und Albrecht von Wallenstein, der ein Privatheer anführte, geschlagen. 1623: Wilhelm Schickard: Rechenmaschine mehr Der Mathematiker und Theologe Wilhelm Schickard (oder Schickhardt) erklärt in einem Brief die Konstruktion und den Bau einer Rechenmaschine für die vier Grundrechenarten. Die Maschine selbst existiert nicht (mehr). 1645 entwickelte der französische Mathematiker, Physiker und Philosoph Blaise Pascal eine Rechenmaschine, von der es heute noch einige Originale gibt. Ab 1671 arbeitete auch der bedeutende Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz an einer Rechenmaschine (s. 1672). 1623-1644: Papst Urban VIII. (Lebensdaten: 1568-1644) 1628: William Harvey: Beschreibung des großen Blutkreislaufs mehr Bereits in einer Vorlesung im Jahre 1616 trug der englische Physiologe William Harvey (1578-1657) seine Theorie von der Blutsbewegung im menschlichen Körper vor. 12 Jahre später veröffentlichte er seine Ansichten - die zunächst offen angefeindet wurden. Harvey trat damit gegen die noch immer anerkannte Theorie des grieschichen Arztes Galens auf, die besagte, dass das Blut ständig neu produziert werde und von dem Herzen in die Teile des menschlichen Körpers gepumpt werde. 1624: Normaljahr mehr Das Jahr 1624 wird "Normaljahr" genannt, weil in den Bestimmungen des Westfälischen Friedens von 1648 der 1. Januar 1624 als Stichtag für die Besitzverhältnisse und das Bekenntnis in einem Ort oder Territorium festgelegt wurde. Oder anders formuliert: Ein Land, das 1624 evangelisch war, blieb dies fortan - und wenn der der Landesherr nun sein Bekenntnis wechselte, zog dies formell nicht den Konfessionswechsel der Einwohner nach sich. In geistlichen Ländereien bedeutete ein Konfessionswechsel die Absetzung des jeweiligen Prälaten. Eine Ausnahme galt im übrigen für die Kurpfalz: Hier wurde das Jahrt 1618 festgelegt. 1624 und 1629: Sklavenkassen in Hamburg und Lübeck mehr In Hamburg wurde sie 1624, in Lübeck 1629 gegründet: die Sklavenkasse. Sie diente dazu, Lösegeldzahlungen an Piraten aufzubringen, die europäische Seeleute entführt und in die Sklaverei verschleppt hatten. 1625: Johann Rudolf Glauber: Natriumsulfat (Glaubersalz) mehr Johann Rudolf Glauber (1604-1670) war der Sohn eines Barbiers, der lange Jahre durch die Länder zog, ohne Studium als Hilfsapotheker, Spiegelverkäufer, Weinwirt arbeitete. Immer wieder kommt er mit chemischen Arbeiten in Berührung und eignete sich so ein Wissen an, dass er in Amsterdam "Laboratorien von europäischem Ruf" unterhalten konnte und zahlreiche chemische und alchemische Schriften verfasste. Um 1625 entdeckte er Natriumsulfat, das nach ihm benannt wurde (Glaubersalz). (Jaumann: Handbuch Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit, 2004, S. 305) 1625: Rembrandt: Steinigung des Heiligen Stephanus mehr Die "Steinigung des Heiligen Stephanus" ist eines der frühesten Werke des Künstlers Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669). Bereits in diesem Gemälde zeigte sich seine für ihn typische Komposition von hellen und dunklen Bereichen, seine Hervorhebung besonderer Szenen durch Licht und Schatten. ab 1625: Naturrechtstheorien von Grotius bis Locke mehr Die konfessionelle Spaltung und das neue Weltbild, das der traditionellen, christlichen Ordnung widersprach, verlangten neue Deutungsmuster, neue Theorien für das menschliche Zusammenleben und -wirken, für die Legitimation von Macht und Gewalt. Dies leisteten die aufklärerischen Schriften des 17. Jahrhunderts zum Natur- oder Vernunftrecht. Hierzu gehörten:
Ausgangspunkt in diesen Theorien war der Naturzustand des Menschen, aus dem dann die einzelnen Theorien abgeleitet wurden. Doch so unterschiedlich teilweise die Beurteilung und Feststellung des Naturzustands waren, so unterscheidlich fielen aus die Schlussfolgerungen aus. Hobbes beispielsweise ging davon aus, dass der Mensch im Urzustand völlig rechtelos war und das Zusammenleben ein gewaltsames "Jeder-gegen-jeden" war. Pufendorf hingegen setzte eine natürliche "socialitas" voraus: Der Mensch könne von Natur aus nur in Gemeinschaft mit anderen Menschen überleben. Daraus mussten sich zwangsläufig recht verschiedene Theorien zur Begründung von Recht und Herrschaft ergeben. 1626: Weihung des Petersdoms in Rom durch Papst Urban VIII. 1629: Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II. mehr Mithilfe des Heeres von Wallenstein war Kaiser Ferdinand II. nach seinem Sieg über den dänischen König Christian IV: auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen - und suchte dies zu einem entscheidenden Schlag gegen die Protestanten zu nutzen: Er erließ das Restitutionsedikt. 1630-1635: Dreißigjähriger Krieg: Schwedischer Krieg / Breitenfeld / Lützen / Friede von Prag mehr König Gustav II. Adolf von Schweden griff 1630 in den Krieg ein. Über seine Motive ist sich die historische Wissenschaft nicht ganz einig. Es war wohl eine Mischung aus religiösen, politischen und persönlichen Absichten: die Sorge um den Schutz der evangelischen Konfession, die Ostseepläne der Habsburger, die wirtschaftliche Nachteile für Schweden bedeutet hätten, die Bedrohung des schwedischen Status in Polen und Litauen.
1633: Galileo Galilei widerruft seine heliozentrischen Ansichten und entgeht dem Scheiterhaufen mehr Im Jahre 1632 veröffentlichte Galileo Galilei sein Werk "Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo", kurz "Dialog" genannt. Diese Schrift führte letztendlich zum Inquisitionsprozess gegen Galilei, wenngleich er schon vorher "unter Beobachtung" stand - v.a. wegen seines wiederholten Eintretens für das kopernikanische Weltbild, wonach nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt des Universums sei. 1633-1634: Krieg zwischen den Osmanen und Polen mehr 1633 marschierten die Osmanen in Polen-Litauen ein, nachdem Polen bereits von russischer Seite angegriffen wurde. Polen konnte die Osmanen jedoch abwehren. 1634: Erste Aufführung der Oberammergauer Passionsspiele mehr 1634 wurden zum ersten Mal die Oberammergauer Passionsspiele aufgeführt, in denen bis heute die letzten Tage Christi nachgespielt werden. Die Aufführungen sind ein Dank für die Verschonung von der Pest im Jahre 1633. 1634: Sturmflut an der Nordseeküste (auch "Burchardiflut" oder "Zweite Grote Mandränke" genannt) mehr Im Oktober 1634 ereignete sich an der Nordseeküste eine folgenschwere Naturkatastrophe. Eine Sturm- und Springflut riss etliche Deiche ein und verwüstete das Land. Über 11.000 Menschen starben, viele Gebäude wurden zerstört, das Vieh hingerafft. Tragisch auch, dass auf diese Flut "einer der strengen Jahrhundertwinter mit klirrender Kälte, teilweise katastrophalen Schneefällen und einer wochenlangen Vereisung der Flussmündungen und Küsten" folgten. (Münch, Lebensformen, 1992, S. 147) 1635: Wattenscheid brennt nieder mehr Wattenscheid war zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein Ort mit eingeschränkten Stadtrechten, eine sogenannte Freiheit. 1635–1648: Dreißigjähriger Krieg: Schwedisch-Französischer Krieg mehr Der Kriegseintritt Frankreichs auf der Seite der Schweden leitete die letzte Phase eines Krieges ein, der fortan ein nur schwerlich einzuordnenedes Konglomerat an kleineren Auseinandersetzungen darstellte. Schon die Ausgangslage mutet befremdlich an, zeigt aber auch, dass der Drießigjährige Krieg schon lange kein Religionskrieg mehr war: Das katholische Frankreich stellt sich mit dem katholischen Bischof Richelieu auf die Seite der lutherischen Schweden, um gegen den katholischen Kaiser zu kämpfen. 1636: Gründung der Universität Utrecht 1636: Gründung der Harvard-Universität als College 1637: René Descartes' "Discours de la méthode" erscheint mehr In Leiden veröffentlichte der französische Mathematiker und Philosoph René Descartes (1596-1650) anonym seine Schrift "Discours de la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la verité dans les sciences", übersetzt: "Von der Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Forschung". Die Schrift gilt, zusammen mit dem englischen Empirismus, als "philosophische Grundlegung" von Rationalismus und Aufklärung. (Mieck, 1989, S. 200) 1637-1657: Kaiser Ferdinand III. (Lebensdaten: 1608-1657) 1640: Cornelius Jansens Hauptwerk erscheint ("Augustinus, sive doctrina Sti. Augustini de humanae naturae sanitate, aegritudine, medicina adversus pelagianos et massilienses") mehr Zwei Jahre nach seinem Tod erschien eine Schrift des niederländischen Theologen Cornelius Jansen (1585-1638), die maßgeblich zur Begründung des Jansenismus beitrug. Jansen schrieb seit 1627 an seinem Hauptwerk, einer Auslegung der Schriften des Kirchenvaters Augustinus. Darin vertrat er eine extreme Gnadenlehre, die jeglichen Einfluss des Menschen auf sein Heil ablehnt, und kam dadurch auch in Konflikt mit der katholischen Kirche, v.a. mit dem Jesuiten. Später wurde der Jansenismus vornehmlich wegen der Gnadenlehre päpstlich verurteilt.
1641: René Descartes: "Meditationes de prima philosophia" mehr 1641 erschien in Paris die Schrift "Meditationes de prima philosophia, in qua Dei existentia et animae immortalitas demonstratur" von René Descartes. Darin liefert der Autor sechs Meditationen über die Metaphysik und Erkenntnistheorie: 1. Was in Zweifel gezogen werden kann; 2. Die Natur der menschlichen Seele und dass sie uns bekannter ist als ihr Körper; 3. Gott und dass er ist; 4. Ueber das Wahre und Falsche; 5. Das Wesen der körperlichen Dinge und nochmals über Gott, dass er besteht; 6. Das Dasein der körperlichen Dinge und den wirklichen Unterschied der Seele vom Körper. Die Meditationes gelten heute als Descartes' philosophisches Hauptwerk. (René Descartes: Meditationen, Dreisprachige Parallelausgabe Latein - Französisch - Deutsch, hrsg. v. Andreas Schmidt, Einleitung, S. VIII)
1642-1655: Matthäus Merian und Martin Zeiler: Topographia Germaniae mehr 16 Bände umfasste die zwischen 1642 und 1654 erschienene "Topographia Germaniae" mit Stichen des Kupferstechers Matthäus Merian (1593-1650) und Ortsbeschreibungen des Schriftstellers Martin Zeiller (1589-1661). 1643: Torricelli erfindet das Barometer mehr Der italienische Physiker Evangelista Torricelli (1608-1647) zeigte zunächst anhand einer Wassersäule auf, dass es einen Zusammenhang zwischen der Höhe des Wassers in der Säule und dem Luftdruck gab. Später baute Torricelli eine kleine Vorrichtung und ersetzte das Wasser durch Quecksilber. Kurze Zeit später griff René Descartes die Ideen Torricellis auf und versah den Zylinder mit einer Skala. Torricelli war im übrigen der Nachfolger Galileis am Hofe des Großherzogs von Florenz. 1644-1655: Papst Innozenz X. (Lebensdaten: 1574-1644) 1645: Thorner Religionsgespräch mehr 1645 lud der polnische König Wladislaw IV. Katholiken, Lutheraner und Reformierte zu einem Religionsgespräch nach Thorn ein. Hier sollten in Ruhe die unterschiedlichen Standpunkte vorgetragen werden, um möglicherweise einen Kompromiss zu finden. Die Gespräche wurden nach drei Monaten ergebnislos abgebrochen. 1648: Westfälischer Friede mehr Der Westfälische Friede bestand aus den Friedensschlüssen von Münster (zwischen Frankreich und dem Kaiser) und Osnabrück (zwischen Schweden und dem Kaiser). Hinzu kam ein Sonder-Friedensvertrag, der die Unabhängigkeit der Niederlande von Spanien festschrieb. 1649: Otto von Guericke: Erfindung der Luftpumpe mehr Der Politiker, Jurist und Physiker Otto von Guericke (1602-1686) erfand die Luftpumpe bei dem Versuch, einen luftleeren Raum zu schaffen. Mit der Pumpe, einem Zylinder mit einem Kolben, zog er Luft aus einem Gefäß und schloss die Verbindung zwischen Pumpe und Gefäß mit einem Hahn. Anschließend drückte er den Kolben wieder in den Zylinder und die Luft entwich. Daraufhin konnte er dem Gefäß weitere Luft entziehen. 1650: Papst Innozenz X. gegen die Bestimmungen des Westfälischen Friedens: Zelo domus Dei mehr Im Jahre 1650 wandte sich Papst Innozenz X. gegen die Bestimmungen des Westfälischen Friedens. Sein Breve (also ein Schreiben, welches weniger feierlich und meist etwas kürzer als die Bulle war) "Zelo domus Dei" stellte in neun aufeinander aufgebauten juristischen Argumenten die Unrechtmäßigkeit des Friedens dar. 1650: Erste Tageszeitung der Welt erscheint in Leipzig mehr Zwei Tage, nachdem die Schweden Leipzig verlassen hatten, erschienen am 1. Juli 1650 in Leipzig die "Einkommenden Zeitungen" - und zwar an 6 Tagen in der Woche. Sie darf damit als älteste Tageszeitung der Welt gelten. Der Leipziger Buchdrucker und Buchhändler Timotheus Ritzsch (1614-1678) gilt daher als der Erfinder der Tageszeitung. 1650: Bernhard Varen: Geographia generalis mehr Der Geograph Bernhard Varen (oder lat. Varenius, 1622-1650) gilt als einer der Väter der neuzeitlichen Geographie. Kurz vor seinem frühen Tod - Varen wurde nur 28 Jahre alt - schloss er die Arbeit an seinem Hauptwerk "Geographia generalis" ab. Das Werk ist gegliedert in drei Teile: "(1) Pars absoluta (Form, Größe, Bewegung der Erde, Verteilung von Land u. Wasser, Gebirge, Wüsten, Gewässer, Luftkreis, Winde), (2) Pars respectiva (Klimazonen, Licht, Wärme, Tages- u. Jahreszeiten), (3) Pars comparativa (geographische Orts- u. Entfernungsbestimmung, Nautik, Kompasslehre)." (Zitat nach Detlev Hellfaier M.A.: Geograf und mehr - Bernhard Varenius: Zwei Drucke aus dem 17. Jahrhundert in der Landesbibliothek, auf der Website der Lippischen Landesbibliothek Detmold, Stand 27.02.2010)
1651: Petriflut mehr Die Petriflut riss u.a. die Insel Juist in zwei Teile. Das Land zwischen den beiden Teilen, Hammergat genannt, wurde immer wieder mit Salzwasser überschwemmt. Mit dem Bau eines Deichs wurde dies schließlich verhindert, übrig blieb der Hammersee auf der Insel Juist. 1651: Thomas Hobbes: Leviathan mehr "Leviathan", 1651 in englischer, 17 Jahre später in lateinischer Sprache veröffentlicht, war Thomas Hobbes' Hauptwerk, benannt nach einem mythischen Ungeheuer, das sich u.a. im Alten Testament der Bibel als gottfeindliche Macht darstellt. In Hobbes' Schrift verkörpert es den Staat, einen souveränen Staat, der dem Egoismus des einzelnen Menschen entgegenwirkt und niemandem Rechenschaft abzulegen hat: Eine übergeordnete Gewalt, am besten ein absoluter Monarch, bekommt alle Macht und Rechte, der Einzelne verzichtet auf diese. Das sei der Übergang vom Naturzustand des Menschen hin zu einer geregelten Ordnung. 1651: First Navigation Act mehr 1651 erließ England die sogenannte Navigationsakte, die vorsah, dass nach England nur Waren importiert werden durften, die von englischen Schiffen mit überwiegend englischer Besatzung und direkt aus dem Ursprungsland stammten. Dies sollte dem Ausbau der heimische Flotte sowie der Umgehung des niederländischen Zwischenhandels dienen. Folge der Akte, die von den Niederlanden als Provokation gedeutet wurde, war der Erste Englisch-Niederländische Krieg. 1652: Gründung der "Academia Naturae Curiosorum" mehr Vier Ärzte aus Schweinfurt gründeten 1652 die "Academia Naturae Curiosorum", eine Gesellschaft von Gelehrten, die die "besten Köpfe" zum Wohle der Heilkunde versammeln sollte. Kaiser Leopold I. (1640-1705) verlieh der Gesellschaft 15 Jahre später den Namen "Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leopoldina Naturae Curiosorum" und einige Privilegien. Heute heißt der eingetragene Verein "Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina". 1652-1654: Erster Englisch-Niederländischer Seekrieg / erster Friede von Westminster mehr Der Krieg zwischen England und den Niederlanden entstand aus den Streitigkeiten bezüglich der Navigationsakte. Zunächst gewannen die Niederländer in verschiedenen Seeschlachten die Oberhand, im weiteren Verlauf, v.a. nach dem Winter 1652/53, wendete sich das Blatt zugunsten der Engländer (Schlacht bei Portland und Schlacht bei Gabbard). 1653: Schweizer Bauernkrieg mehr 1653 erhoben sich die Bauern in der Nähe Luzerns, um sich gegen die zunehmende Einschränkungen ihrer Rechte seitens der Obrigkeit zur Wehr zu setzen. Außerdem ging es den Bauern zunehmend schlechter, da die Agrarpreise fielen. Die Unruhen breiteten sich rasch in die Gebiete um Bern, Solothurn und Basel aus. Die Obrigkeiten gingen mit militärischen Mitteln gegen die Bauern vor, die Richtung Zürich zogen, und besiegten die Aufständischen. Verbannung und Todesstrafe waren die Folgen. 1655-1667: Papst Alexander VIII. (Lebensdaten: 1599-1667) 1655-1660: Zweiter Nordischer Krieg / Vertrag von Königsberg / Vertrag von Lubia / Friede von Oliva mehr Im Zweiten Nordischen Krieg standen sich zunächst Schweden und Polen gegenüber, Russland griff kurze Zeit später in die Kriegshandlungen mit ein. 1656: Veit Ludwig von Seckendorff: Teutscher Fürsten-Staat mehr Die Schrift "Teutscher Fürsten-Staat" Veit Ludwig von Seckendorffs zählt zu den Grundlagenwerken der Verwaltungswissenschaft im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Es legte eine "maßgebende Regierungs- und Verwaltungslehre" dar (Deutsche Geschichte in Quellen, Bd. 5, 1997, S. 154) 1658-1705: Kaiser Leopold I. (Lebensdaten: 1640-1705) 1658: 1. Rheinbund mehr Am 14. August 1658 schlossen sich mehrere Reichsstände zum Rheinbund zusammen. Dazu gehörten die drei geistlichen Kurfürsten Mainz, Trier und Köln und der Fürstbischof von Münster, der Pfalzgraf von Neuburg, der König von Schweden als Herzog von Bremen und Verden, die drei regierenden Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und der Landgraf von Hessen-Kassel. Diesem Bund trat dann einen Tag später auch Frankreich bei, in den folgenden Jahren folgten weitere Beitritte. 1659: Pyrenäenfriede mehr Der Krieg zwischen Spanien und Frankreich überdauerte den Dreißigjährigen Krieg und seinen Abschluss im Westfälischen Frieden. Noch bis 1659 dauerten die Kämpfe, die Frankreich schließlich mit Hilfe Englands (ab 1657) gegen die spanischen Habsburger gewann. Der spanische König Philipp IV. musste Jamaika an die Engländer abtreten und übergab im Pyrenäenfriede Roussillon, Westflandern und das Artois an Frankreich. Hinzu kam, dass Philipp der Heirat seiner Tochter mit dem französischen König Ludwig XIV. zustimmen musste. Dies ließ Frankreich fortan auf eine spanische Thronanwartschaft schielen, was Jahre später, im Vorfeld des so genannten Devolutionskrieg (1667-1668), wichtig werden sollte.
1663: Immerwährender Reichstag in Regensburg mehr 1663 konstituierte sich der Reichstag in Regensburg. Da man sich nicht auf gemeinsame Beschlüsse einigen konnte, entstand der sogenannte "Immerwährende Reichstag", eine permanente Gesandtenkonferenz, die bis 1806 beibehalten wurde. Der Reichstag war eines der wenigen Faktoren, die die fast souveränen kleineren und größeren Länder innerhalb des Reiches zusammenhielten. Hier sollten alle Entscheidungen, die das Reich als Ganzes betrafen, so auch die Wahl eines Kaisers, vorgenommen werden - wenn auch die Wahl des Kaisers nur der esrten Kammer des Reichstags zukam, dem Kurfürstenrat. 1663-1664: Krieg zwischen Habsburg und den Türken mehr Schon länger war das halbautonome Siebenbürgen eine umkämpfte Region, eingekeilt zwischen Habsburgern und Osmanen, die ihren Einfluss geltend machen wollten. Als sich der Siebenbürgische Fürst Georg II. Rakoczy der osmanischen Herrschaft zu entziehen suchte, sah der Kaiser die Möglichkeit, seine Macht dort zu stärken. 1665: Dänemark: Lex Regia mehr Im dänischen Gesetzeswerk Lex Regia von 1665, eine Art Grundgesetz, wurde die absolutistische königliche Herrschaftsform festgeschrieben. Die drei Stände verzichten darin auf jegliche Machtansprüche. 1665-1667: Pest in London / Großer Brand mehr Die Pest kostete über 100.000 Menschen das Leben: 1665 waren 68.000, 1666 "lediglich" 1.000, 1667 allerdings noch einmal 35.000. (Zahlen nach: Bergdolt: Die Pest - Geschichte des schwarzen Todes, 2006, S. 86) Dazwischen lag der "große Brand" (The Great Fire of London), der große Teile der Stadt zerstörte. 1665-1667: Zweiter Englisch-Niederländischer Seekrieg mehr Offiziell dauerte dieser Krieg von 1665 bis 1667, doch gab es schon Jahre zuvor erste kriegerische Konflikte, z.B. 1661 in Westafrika und 1663/4 an der afrikanischen Goldküste. In der Zeit nach dem offiziellen Kriegbeginn gab es unterschiedliche Gefechte, v.a. 1666 in der Nordsee, als beide Mächte einzelne Siege errangen. Für Englands König Karl II. zahlte sich dieser Krieg, im Gegensatz zu dem ersten Seekrieg, nicht aus: Eine "beträchtliche Kriegsschuld, die seine finanzielle Lage schwierig gestalten sollte" (Haan und Niedhart: Geschichte Englands vom 16. bis 18. Jahrhundert, S. 194) blieb zurück ... 1667: John Milton: Paradise Lost (dt. Das verlorene Paradies) mehr Im Jahre 1667 wurde John Miltons episches Gedicht über den Sündenfall im Paradies veröffentlicht. Milton, mitlerweile völlig verarmt und erblindet, hatte die Rechte daran kurz zuvor für 10 Pfund verkauft. "Paradise Lost" wurde auch etliche Male ins Deutsche übersetzt. 1667-1668: Devolutionskrieg / Friede von Aachen mehr Nach dem Tode des spanischen Königs Philipp IV. im Jahre 1665 strebte der französische König Ludwig XIV. die Erbschaft der spanischen Niderlande an. Seine Ansprüche begründete er mit der im Pyrenäenfrieden erlangten Zustimmung Philipps zu der Heirat dessen Tochetr Maria Theresa. Als Spanien diese Ansprüche ablehnte, begann Frankreich den Krieg vorzubereiten und schließlich in die Spanischen Niederlande einzumarschieren. Sie drangen bis weit in das Land vor. Zudem besetzten französische Truppen die spanisch-niederländische Franche-Comté (Burgund). 1667-1669: Papst Clemens IX. (Lebensdaten: 1600-1669) 1668/1669: Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus mehr "Der abenteuerliche Simplicissimus" ist das Hauptwerk von Grimmelshausen (1622-1676): ein Abenteuerroman, eine Lebensgeschichte in der Tradition des spanischen Schelmenromans. Er gilt als einer der wichtigsten literarischen Werke des Barock.
1669: Gründung der Universität Innsbruck durch Kaiser Leopold I. 1670: Baruch Spinoza: Tractatus theologico-politicus (s. 1625) 1670-1676: Papst Clemens X. (Lebensdaten: 1590-1676)
1671 und 1672: Marcellus Malpighi und Nehemiah Grew: Begründung der Phytotomie (Pflanzenanatomie) mehr Der italienische Arzt und Anatom Marcellus Malpighi und der englische Arzt und Botaniker Nehemiah Grew gelten als Begründer der Pflanzenanatomie. Malpighi gab 1671 seine Schrift "Anatomia Plantarum", Grew 1672 die Schrift "An Idea of a Philosophical History of Plants" heraus.
1672: Samuel Freiherr von Pufendorf: De iure naturae et gentium mehr Der Rechtsgelehrte und Professor für Natur- und Völkerrecht in Heidelberg, Samuel Freiherr von Pufendorf (1632-1694), verfasste 1672 seine Naturrechtslehre. Darin geht er von der Annahme aus, dass der Mensch von Natur aus nur in Gemeinschaft mit anderen Menschen überleben kann. Das Soziale ist also naturgegeben. Pufendorf unterscheidet klar Gesellschaft und Staat und zeigt auf, dass es Rechte gibt, die vor dem Staat bestehen - "und die somit dem Staat gegenüber geltend gemacht werden können." Diese Rechte werden einzelnen Menschen also nicht vom Staat zugestanden, sie besitzen sie unabhängig von diesem. (Schupp: Geschichte der Philosophie im Überblick 3: Neuzeit, S. 190)
ab 1672: Leibniz: Rechenmaschine mehr Der bedeutende Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz arbeitete von 1672 bis zu seinem Tod im Jahre 1716 an einer Rechenmaschine, die auf der von ihm erfundenen Technik der Staffelwalze fußte. Diese Technik sollte noch bis in das 20. Jahrhundert eingesetzt werden - auch wenn Leibniz' Rechenmaschine nicht voll funktionsfähig war. (Brather, Hans-Stephan: Leibniz und seine Akademie, 1993, S. 285)) 1672-1674: Dritter Englisch-Niederländischer Seekrieg mehr Der dritte Krieg zwischen den Niederlanden und England war eigentlich Teil der Auseinandersetzung zwischen den Niederlanden und Frankreich. 1670 hatte sich nämlich Frankreich mit England gegen die Niederlande verbündet (Vertrag von Dover). Der französische König Louis XIV. leistete Karl II. dafür erhebliche finanzielle Unterstützung. England schied ohne nennenswerte Erfolge 1674 aus dem Krieg aus. 1672-1676: Krieg zwischen den Osmanen und Polen / Vertrag von Zurawno mehr Nachdem sich die Kosaken in der Ukraine, deren Politik lange Jahre von Polen beherrscht wurde, mit den Osmanen verbunden hatten, forderten diese vom polnischen König die Abtretung der Gebiete und fielen 1672 in die polnischen Gebiete der Ukraine ein. 1672-1679: Krieg zwischen den Niederlanden und Frankreich (auch Holländischer Krieg genannt) mehr Der französische König Ludwig XIV. machte die Vereinigten Niederlande für den Widerstand der Tripleallianz "Vereinigte Niederlande / Schweden / England" im Devolutionskrieg verantwortlich. Ludwig plante einen Krieg und versicherte sich zunächst, dass England, Schweden und einzelne Reichsländer nicht gegen ihn eingreifen. 1672 erklären gar Frankreich und England den Vereinigten Niederlanden den Krieg (s. Dritter Englisch-Niederländischer Seekrieg, 1672-1674). 1674–1679: Schwedisch-Brandenburgischer Krieg / Schonischer Krieg mehr Dieser Krieg zwischen Brandenburg-Preußen (zusammen mit Dänemark) gegen Schweden war Teil des Holländischen Kriegs (s. 1672-1679). Nach dem abgewehrten Angriff der Schweden eroberte Brandenburg-Preußen Schwedisch-Pommern. Dänemark hingegen suchte die in den vergangenen Jahrzehnten verlorenen Provinzen, u.a. Schonen (heute im Süden Schwedens), zurückzugewinnen. Die Kriege wurden mit dem Frieden von Saint-Germain bzw. dem Frieden von Lund beendet. Schwedisch-Pommern ging an Schweden zurück, andere Gebiete musste Schweden an Brandenburg-Preußen abtreten. 1675: Philipp Jacob Spener: Pia desideria (Begründung des Pietismus) mehr 1675 veröffentlichte der lutherische Theologe Philipp Jacob Spener seine Hauptschrift "Pia desideria oder Hertzliches Verlangen nach Gottgefälliger Besserung der wahren Evangelischen Kirchen". Nach dieser Schrift wurde der Pietismus benannt, der vom Heiligen Römischen Reich und in viele Länder Europas seine Spuren hinterließ.
1676-1689: Papst Innozenz XI. (Lebensdaten: 1611-1689) 1678: Christiaan Huygens (lt. Christianus Hugenius): Traité de la lumière mehr Der niederländische Physiker und Mathematiker (1629-1695) begründete in seiner Schrift "Traité de la lumière" die Wellenlehre des Lichts.
1678: Erster Doktortitel für eine Frau mehr Im Jahre 1678 erhielt die Italienerin Elena Lucrezia Cornaro Piscopia in Padua als erste Frau der Welt einen Doktortitel. 1679: Frankreich: Reunionen mehr Mit einem "scheinlegalen Verfahren" (Büssem/Neher: Arbeitsbuch Geschichte: Neuzeit 1, 1991, S. 284) suchte Frankreich ehemalige französische Ländereien und Gebiete, die mit diesen Ländereien in Verbindung standen, "zurück" gewinnen. Hierzu wurden 1679 sogenannte Reunionskammern gebildet, die die rechtliche Frage klären sollten, gebildet. U.a. fielen so das gesamte Elsaß (mit Straßburg) sowie einige Grafschaften (z.B. Saarbrücken) an Frankreich - denn das Heilige Römische Reich sah sich außerstande, militärisch einzugreifen. Im Regensburger Stillstand wurde dem französischen König zugesichert, 20 Jahre lang nichts gegen die Reunionen zu unternehmen. 1680: Großer Komet mehr 1680 war ein sehr heller Komet am Himmel zu sehen. Er wurde von dem Astronomen Gottfried Kirch durch ein Teleskop entdeckt.
1681: Reichskriegsverfassung oder Reichsdefensionalordnung mehr Die Reichskriegsverfassung, die aus 6 Reichsgutachten bestand, legte fest, dass jeder Reichskreis bestimmte Truppenkontingente für die Reichsarmee des Heiligen Römischen Reiches zu stellen hatte. Damit wurde das Militärwesen "der freien Verfügungsgewalt des Kaisers und der Willkür der anderen armierten Stände" entzogen und "in die Hände des Reiches gebracht". (Geschichte Frankens, Hb. d. bayer. GeschichteBd. 3/1, 1997, S. 499) 1682: Gründung der Brandenburgisch-Afrikanischen Compagnie mehr Nach niederländischem Vorbild wurde 1682 eine Handelsgesellschaft, die das Geschäft mit westafrikanischen Produkten sicherstellen und v.a. ohne Zwischenhandel gewährleisten sollte. Die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie wird aufgrund ihrer Finanzierung - man konnte sich über einen Geldbetrag in den Handel einkaufen - als frühe Aktiengesellschaft bezeichnet. Die Gesellschaft ging aufgrund verschiedener Probleme 1711 in den Besitz des Landes Brandenburg-Preußens über, König Friedrich I. wickelte die Liquidation ab. 1683-1699: Großer Türkenkrieg / Türken vor Wien / Friede von Karlowitz mehr Im Mai erreichten die osmanischen Truppen Belgrad, im Juni die ungarische Stadt Esseg (Osijek, heute Kroatien) und Anfang Juli standen sie bereits an der Reichsgrenze. Eifrig machten sich die Wiener bereits daran, ihre Stadt zu sichern. Mitte Juli erreichten die Türken Wien. Unter der Führung des polnischen Königs Jan Sobieski konnten die Türken jedoch geschlagen werden - in einer österreichisch-polnisch-venezianisch- und schließlich noch -russischen Allianz. Die Gefahr, die seit vielen Jahrzenhnten von den Türken ausging, konnte mit diesem Krieg endgültig eingedämmt werden. 1685: Edikt von Fontainebleau: Flucht vieler Hugenotten aus Frankreich mehr Mit dem Edikt von Fontainebleau widerrief der französische König Ludwig XIV. die Bestimmungen des Edikts von Nantes (1598): Die Gewissensfreiheit der Hugenotten (also der französischen Reformierten oder Calvinisten) wurde wieder abgeschafft, ihr Gottesdienst verboten, ihre Kirchen sollten zerstört werden - selbst auswandern durften sie nicht. 1685: Edikt von Potsdam mehr Nachdem der französische König Ludwig XIV. die Religionsfreiheit für die französischen Protestanten (Hugenotten und Waldenser) im Edikt von Fontainebleu (1685) aufgehoben hatte, setzte eine Massenflucht ein. Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg, der Große Kurfürst, wollte daraus wirtschaftlichen Nutzen gewinnen, indem er mit dem Edikt von Potsdam 15.000 Flüchtlingen die Ansiedlung in seinem Territorium ermöglichte und ihnen Privilegien zusicherte. Tatsächlich erreichte er dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1686: Sturmflut an der Nordseeküste mehr Die Provinz Groningen und Ostfriesland waren von der Sturmflut 1686 betroffen. Über 1000 Menschen mussten ihr Leben lassen, "die Bauern verloren fast 10.000 Stück Vieh, und über 600 Häuser wurden zerstört." (Münch, Lebensformen, 1992, S. 147) 1686: Gründung der Augsburger Allianz (auch Augsburger Liga genannt) / Wiener Große Allianz mehr Deutsche Fürsten, der Kaiser, Schweden, Spanien verbündeten sich zur Augsburger Allianz, die sich gegen die Hegemonialbestrebungen Frankreichs richtete. Als später noch die Niederlande und England beitreten, ist von der Wiener Großen Allianz die Rede. 1687: Isaac Newton: Philosophiae naturalis principia mathematica mehr Die Schrift "Philosophiae naturalis principia mathematica" ist die Hauptschrift des Mathematikers, Physikers und Astronomen Isaac Newton (1642 bzw. 1643 bis 1727). Darin formulierte er u.a. die drei Gesetze oder Grundsätze der Bewegung, die das klassische System der Mechanik begründeten. Dieses System faszinierte die Zeitgenossen, da es "eine scheinbar disparate Vielfalt natürlicher Phänomene zu erfassen vermochte: die Bewegungen der Himmelskörper ebendso wie die Bewegung des Pendels, die Gezeitenfolge ebenso wie die Form der Erde." Newton forschte, indem er vom beobachteten Einzelfall ausging, um zu einem allgemeinen Gesetz zu gelangen, und ging damit den umgekehrten Weg der damals vielfach üblichen deduktiven Methode. 1688-1689: Glorious Revolution (Glorreiche Revolution) in England / Bill of Rights mehr Die Revolution von 1688/89 war ein Machtkampf zwischen dem englischen König und den Gegnern des monarchischen Absolutismus. Die Gegner konnten ihre Forderungen durchsetzen, so dass das englische Parlament fortan "das eigentliche Machtzentrum des Staats" darstellte. (Kunisch, Absolutismus, 1986, S. 63) Die "Bill of Rights" von 1689 war Ausdruck des neuen Machtverständnisses. Die königlichen Rechte wurden deutlich beschnitten, die Katholiken von der Thronfolge ausgeschlossen. 1688-1697: Pfälzer Krieg (auch Pfälzischer Erbfolgekrieg) / Friede von Rijswijk mehr Seit 1667 führte der französische König Ludwig XIV. meherere Expansionskriege: gegen die spanischen Niederlande, gegen Holland. Ludwig besetzte das Elsaß und Lothringen, annektierte Straßburg und trat 1688 schließlich in den Krieg gegen die Pfalz. Dort wollte Ludwig das Erbe seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte (Liselotte von der Pfalz), die Schwester des verstorbenen Kurfürsten von der Pfalz, Karl II. (1651-1685), für sich in Anspruch nehmen. 1689: John Locke: Two Treatises of Government (Zwei Abhandlungen über die Regierung, s. 1625) 1689-1691: Papst Alexander VIII. (Lebensdaten: 1610-1691)
1691–1700: Innozenz XII. (Lebensdaten: 1615-1700) 1693: Verlegung des Reichskammergerichts nach Wetzlar mehr Das Reichskammergericht, das oberste Gericht des Heiligen Römischen Reiches, wurde wegen der Kriegswirren in Speyer und der Zerstörung der Stadt 1693 nach Wetzlar verlegt. 1694: Gründung der Universität Halle in Brandenburg-Preußen mehr Die Ideen der Aufklärung gingen auch an den Universitäten nicht spurlos vorüber. Zwar verschlossen sich viele tradionelle Lehrstätten lange dem neuen Gedankengut. Doch Vorreiter sowie einzelne neue Universitäten zeigten auf, wie fruchtbar die Öffnung sein konnte. Zu den neuen zählte beispielsweise die 1694 gegründete Universität Halle, an der u.a. Christian Thomasius (1655-1728) lehrte, ein deutscher Jurist, Philosoph und Frühaufklärer. 1697: Friedrich August I. von Sachsen wird polnischer König mehr Nachdem er kurz zuvor zum katholischen Glauben konvertiert war, ließ sich der sächsische Kurfürst Friedrich August I. (auch "August der Starke" genannt) zum polnischen König krönen. Hinter dieser Herrschaft in Personalunion standen wirtschaftliche, aber auch sicherheitspolitische Erwägungen. |
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