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Nach Mitteilung
des Collegium Medicum unserer Stadt zeichnet sich ein Zurückweichen
der Pest ab. In den vergangenen sieben Tagen gab es nur noch
zwei Todesfälle. Ob die Seuche nun vollends zum Stillstand
kommt, kann beim derzeitigen Kenntnisstand nicht gesagt werden.
Um wen es sich
bei den beiden Toten handelt, wollte das Collegium nicht mitteilen.
Es verlautete, dass die Verstorbenen die üblichen Symptome
aufzeigten und trotz rasch angewandter Therapie innerhalb
von vier Tagen starben.
Die Mediziner geboten
gleichzeitig große Vorsicht: Die einzelnen Maßnahmen
zur Bekämpfung der Pest müßten noch über
Monate hinweg beibehalten werden. Hierbei erinnerten sie an
den Pestausbruch im Jahre 1634. Sie wütete nicht allzu
heftig und dauerte zunächst nur bis Anfang Dezember.
Nur ein halbes Jahr später, im Mai 1635, brach sie erneut
aus - diesmal war sie weit gefährlicher, kostete nach
neueren Schätzungen fast 15.000 Menschen das Leben: Bürger,
Bauern und Bettler zu gleichen Teilen.
Sie starben freilich
nicht allein an der Pest. Auch
andere Krankheiten trugen zum großen Sterben bei, was
angesichts der zeitweisen Überfüllung unserer Stadt
wegen des Krieges nicht verwunderlich ist.
In den vergangenen
Wochen sind viele Bauern wieder auf das Land zurück gezogen.
In der Stadt ist es ruhig geworden, der Krieg verschont uns
in diesen Tagen.
Angst und Verzweiflung
angesichts des Elends wird hingegen andauern: Von vielen Familien
ist nur noch ein Mitglied übrig; die Vorräte an
Nahrungsmitteln sind nahezu aufgebraucht. Bleibt die Hoffnung,
dass die Pest uns in diesem Jahr verschont.
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